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Debatte um Kohl-Airport Frankfurt „Liesel-Christ-Flughafen. Und sonst gar nichts“

Die Idee, den Frankfurter Flughafen nach dem verstorbenen Altkanzler zu benennen, ruft Kreative auf den Plan: Alternativ-Vorschläge im Netz.

Liesel Christ
Die Schauspielerin und Theatergründerin Liesel Christ war ein Frankfurter Urgestein. Foto: Imago

Fluglärm, Verspätungen, Streiks, Konflikte um den Ausbau: Auf den Flughafen sind die Menschen in und um Frankfurt meist nicht gut zu sprechen.  Nun aber fördert die bizarre Diskussion um eine Umbenennung des Airports in „Flughafen Helmut Kohl“ Erstaunliches zutage: Empfinden viele Anrainer doch so etwas wie eine lokalpatriotische Bindung zu „ihrem“ Airport? Die Vehemenz, mit der die Umbenennung des Frankfurter Drehkreuzes in „Flughafen Helmut Kohl“  empört zurückgewiesen wird, deutet in diese Richtung.

Wer die Urheberschaft für die Umwidmungsidee für sich beanspruchen kann, ist nicht ganz klar. Drei Landesvorsitzende der Jungen Union - Johannes Steiniger (Rheinland-Pfalz), Nikolas Löbel (Baden-Württemberg) und Stefan Heck (Hessen) - haben den Vorschlag am Montag ins Gespräch gebracht, allerdings wohl erst, nachdem der frühere Bild-Chefredakteur Kai Diekmann, ein alter Vertrauter Helmut Kohls, via Twitter aufzählte:  „F-J-Strauß-Flughafen in München. Willy-Brandt-Flughafen in Berlin. Helmut-Schmidt-Flughafen in Hamburg. Helmut-#Kohl-Flughafen in Frankfurt! “

Dass Diekmanns Blick ausgerechnet auf Frankfurt fiel, irritierte nicht wenige, zumal eine persönliche Verbindung von Kohl und Frankfurt auf den ersten Blick nicht auszumachen ist. Die Reaktionen zeigen aber auch: An „Rhein-Main-Flughafen“ respektive „FRA“ hängt die hiesige Bevölkerung offenbar auch nicht so sehr.  In den sozialen Netzen machen Gegenvorschläge wie „Heinz-Schenk-Flughafen“, „Henni-Nachtsheim-Airport“, „Haftbefehl“- „Goethe“-  oder „Onkel-Otto-Flughafen“ die Runde.  „Dann lieber Bernd Hölzenbein Flughafen“, findet Mark Labus auf der FR-Facebook-Seite, wo das Thema so viel Gesprächsbedarf hervorruft wie nur wenig andere. Paul Proto bringt dort einen „Anne-Frank-Flughafen“ ins Spiel - mit Blick darauf, dass die Familie Frank aus Frankfurt stammte. Nicole Grayek will den Flughafen kurzerhand nach sich selbst benennen: „Ich habe auch einiges geleistet.“

Die mit Abstand beste Alternative fand @kleinewaeschere: Für ihren Tweet „Liesel-Christ-Flughafen. Und sonst gar nichts“ flogen ihr mehr als 40 Twitter-Herzen zu.

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