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Datenschutz AOK-Chef: Elektronische Gesundheitskarte ist gescheitert

Lange schon wird über die elektronische Gesundheitskarte diskutiert, doch bis heute ist der Chip, der Patienenakte und Medikation digital verwaltet., nicht im Einsatz. AOK-Chef Martin Litsch erklärt das Projekt nun für gescheitert.

29.03.2018 11:33

Der Chef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, hält die elektronische Gesundheitskarte für gescheitert. Seit beinahe 20 Jahren werde in dieses System investiert, bislang gebe es aber keinen Nutzen, sagte Litsch der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Das ganze Vorhaben sei längst überholt. „Wenn wir wirklich auf die Digitalisierung des Gesundheitswesens setzen, brauchen wir einen Neustart“, sagte er.

Die elektronische Gesundheitskarte sei eine Technologie aus den 90er Jahren, die zu Monopolpreisen aufrechterhalten werde, kritisierte der AOK-Chef. Bis Ende 2018 würden dafür zwei Milliarden Euro aufgewendet.

Litsch plädierte dafür, die Gesellschaft, die bislang die Gesundheitskarte entwickelt hat, in eine Regulierungsagentur umzuwandeln. Sie sollte nur noch die Rahmenbedingungen für Sicherheit, Transparenz und Anschlussfähigkeit schaffen und darauf hinwirken, dass internationale inhaltliche Standards beispielsweise für Patientenakte und Medikationsplan genutzt würden.

Ferner forderte der AOK-Chef, dass Patienten jederzeit Zugriff auf die Daten haben müssten, nicht nur in den Arztpraxen. Das könne beispielsweise über ihre Smartphones erfolgen. Die Datenhoheit liege ausschließlich beim Patienten, betonte Litsch. (epd)

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