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Crowdbutchering Kühe kaufen im Internet

Verbraucher wollen wissen, woher ihr Steak kommt, aber es nicht unbedingt am anderen Ende des Landes abholen. Bei der Crowdbutchering.com GmbH kann man ganz bequem im Internet bestellen und sich sein Fleischpaket liefern lassen - günstig ist das freilich nicht.

Cows relax on a hillside in the Kuempflalm area in Oberbayern, Bavaria June 26, 2006. [A rampaging w..
Kühe – am Stück. Foto: rtr

Yvo van Rijen ist sicher, dass er den Nerv der Zeit trifft. Fleisch essende Verbraucher wollen schließlich wissen, woher ihr Steak kommt – und was läge da näher, als sich gemeinsam eine Kuh zu kaufen und zu schlachten. Das ist jedenfalls der Geschäftszweck der vom Niederländer soeben im bayerischen Aub gegründeten Crowdbutchering.com GmbH, die seit wenigen Wochen im Internet unter der Adresse kaufnekuh.de aktiv ist. Wer sie anklickt, kann zum Beispiel feststellen, dass das auf einem Bauernhof in Ravensburg stehende Fleckvieh 3062 zu neun Prozent verkauft ist. Sobald die Kuh komplett an fleischhungrige Verbraucher veräußert ist, geht es ihr an den Kragen. Sie wird geschlachtet, in Portionen zerlegt und per Kühlwagen an die Käufer ausgeliefert.

Van Rijen will den Fleischkonsum nicht ankurbeln. Sagt er zumindest. „Iss weniger Fleisch, aber wenn du welches isst, dann gutes und zurückverfolgbares“, lautet sein Credo. Die Kühe, die er im Internet anbietet, stammen aus familiengeführten Bauernhöfen in Baden-Württemberg und Bayern. Kaufen können sie Fleischesser bundesweit. Ein sieben Kilogramm schweres Rindfleischpaket, in dem von Filetsteaks bis Bratwurst ziemlich jedes Rindfleischprodukt enthalten ist, kostet knapp hundert Euro. Dazu kommen sechs Euro für den Versand, woraus sich ein Kilopreis von 14,70 Euro errechnet.

Mangels Zwischenhandel sei das ein fairer Preis, findet van Rijen und die Kühe hätten zudem bis zuletzt ein glückliches Leben. Biobauernhöfe sind es allerdings nicht, mit denen der Niederländer kooperiert. Sein Rindfleisch stammt aus konventioneller Zucht. Gefüttert werde aber nur Gras, Mais und Getreide vom jeweiligen Bauernhof. Das Viehfutter sei frei von Antibiotika und künstlichen Stoffen. Die Kühe hätten genügend Platz im Stall und so oft wie möglich Auslauf auf der grünen Wiese. Spezielle Zertifikate oder Verbrauchersiegel, die das bestätigen, bietet kaufnekuh.de allerdings nicht.

„Wir arbeiten nur mit Bauernhöfen zusammen, die viel Wert darauf legen, dass ihre Kühe ein schönes Leben haben“, versichert van Rijen und hofft, dass Kunden ihm das auch glauben. In den Niederlanden hat er einen ähnlichen Internetvertrieb voriges Jahr gegründet und sieht sich damit auf Erfolgskurs. Im ersten Jahr hat der Internet-Unternehmer dort 200 Kühe online verkauft. Dieses Jahr sind es bereits 300 Tiere und auch Schweine sind dort mittlerweile im Angebot. Auf Wunsch erhält jeder Käufer in den Niederlanden ein Foto der Kuh, die demnächst seinem Fleischhunger zum Opfer fällt. „Das will nicht jeder“, sagt eine Firmensprecherin. Das Fleisch eines anonymen Tieres zu verzehren sei das Eine, aber der Kuh in die Augen zu schauen, die demnächst auf persönlichen Wunsch geschlachtet wird, ein ganz anderes Ding.

Wer sich das Fleisch seiner persönlichen Kuh in 28 Mahlzeiten verpackt nach Hause liefern lassen will, sollte eine Gefriertruhe haben und nicht warten, bis der Magen knurrt. Denn maximal vier Wochen können bis zur Lieferung vergehen. Ob man dann auch preisgünstig einkauft, ist fraglich. 14,70 Euro für ein Kilo konventionelles Rindfleisch sei nur für den Bauern, nicht aber für den Verbraucher ein gutes Angebot, findet Matthias von Mierbach. Er ist Vorsitzender des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft. Ein Kilogramm hochwertiges Rindersteak koste im Handel 15 bis 17 Euro, Rinderhack als einfache Variante weniger als ein Drittel dessen. Der Kilopreis bei kaufnekuh.de liegt eher am oberen Ende dieser Spanne, wobei es vom hochwertigen Fleisch geringere Mengen und von Hack oder Würsten größere Gewichtsanteile gibt.

Die Internet-Firma verortet den eigenen Preis dagegen etwa auf einem Niveau mit der Fleischtheke normaler Metzger. Bei kaufnekuh.de wüssten Kunden zudem genau, woher ihr Fleisch kommt.

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