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Brüste auf Facebook Facebook löscht Brustkrebs-Aufklärungsvideo

Das soziale Netzwerk Facebook löscht ein Aufklärungsvideo zum Thema Brustkrebs - obwohl in dem Video statt echter Brüste nur Kreise zu sehen sind. Später entschuldigt sich das Unternehmen "für den Fehler".

Mit dieser Darstellung von Brüsten hatte Facebook ein Problem - das Video wurde gelöscht. Foto: Cancerfonden

Das soziale Netzwerk Facebook steht wieder einmal in der Kritik, weil es ein Video, das weibliche Brüste zeigt, gelöscht hat. Die Kritik ist an sich nicht neu - doch im jüngsten Fall geht es weder um Fotos von Brüsten noch um stillende Mütter, sondern um gezeichnete, kreisrunde Brüste, auf denen kleinere, dunklere Kreise sitzen. Die waren zu sehen in einem Facebook-Video der schwedischen Krebsgesellschaft Cancerfonden, das Frauen erklären soll, wie sie ihre Brüste nach verdächtigen Knoten abtasten können. Doch daraus wurde erst einmal nichts: Das Brustkrebs-Präventions-Video wurde von Facebook entfernt, weil es "anzüglich" sei.

Die schwedische Organisation kritisiert das: "Wir finden es unverständlich und seltsam, wie jemand medizinische Informationen anzüglich finden kann", zitiert die Nachrichtenagentur AFP eine Cancerfonden-Sprecherin. Bei Facebook habe man mehrere Tage lang niemanden erreichen können, um der Löschung zu widersprechen.

Während sich eine Facebook-Sprecherin auf Anfrage von AFP "für den Fehler" entschuldigt, hat Cancerfonden bereits eine andere Lösung für das Problem gefunden: Die gemalten Brüste der Frauen sind nun nicht mehr rund, sondern zumindest auf dem Facebook-Vorschaubild quadratisch. "Das kann auf keinen Fall jemanden verletzen", schreibt die Organisation in einem offenen Brief an Facebook und fährt trotzig fort: "Wir werden niemals unsere Vision aufgeben, den Krebs zu besiegen".

Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook in der Kritik steht, Inhalte zu löschen. Zuletzt sorgte die Löschung eines berühmten Bilds aus dem Vietnamkrieg für Aufsehen. Es wurde entfernt, weil das vietnamesische Mädchen, das vor einem Napalm-Angriff flüchtet, nackt ist. Die Entscheidung hatte Facebook später zurückgenommen.

Immer wieder versuchen Nutzer, Facebook mit kreativen Tricks ein Schnippchen zu schlagen und die Löschung von Inhalten zu verhindern: Vor einiger Zeit kursierte ein "akzeptables Brustwarzen-Template" im Internet. Es zeigt eine männliche Brustwarze, die man auf weibliche Brustwarzen montieren konnte, um Facebook auszutricksen. Der Trick funktionierte tatsächlich, die Bilder wurden nicht gelöscht - obwohl die Fotografierten nicht weniger Haut zeigten als vorher.

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