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Barack Obama Fake-Obama beschimpft Donald Trump

Ein Deepfake macht die Runde im Netz. In dem Video nennt ein täuschend echt wirkender Barack Obama US-Präsident Donald Trump einen „Vollidioten“.

Ex-Präsident Barack Obama
Barack Obama, der echte, auf einer Veranstaltung Anfang des Jahres 2018. Foto: rtr

Barack Obama, Ex-Präsident der USA und im Angesicht der jetzigen Administration so etwas wie Everybody’s Darling, sitzt in einem sehr präsidialen Setting und dreht ein Youtube-Video. Darin warnt er zunächst vor Fake News. So weit, so gewöhnlich. Obama warnt, dass wir am Anbeginn einer Zeit stünden, in der es unseren Feinden möglich sei, jeder Person Wörter in den Mund zu legen, selbst wenn es Wörter wären, die diese Person niemals benutzen würde.

Der 44. Präsident bringt dann ein paar Beispiele und auf einmal wird die Sache interessant. Obama sagt: „President Trump is a total and complete dipshit.” Frei übersetzt heißt das so viel wie: “Präsident Trump ist ein totaler und kompletter Vollidiot.”

Das klingt nach hartem Tobak, auch wenn dieser Obama im Folgenden erklärt, dass er so etwas ja nie sagen würde, zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Andere Leute dagegen schon, zum Beispiel Jordan Peele – Comedian, Oscar-Gewinner 2018 (für das beste Drehbuch) und Obama-Imitator. Peele wird nun im geteilten Bildschirm eingeblendet und man merkt, es handelt sich um seine Stimme und das Ganze ist ein Fake. Ein Deepfake, um genau zu sein.

Jetzt kann jeder in Pornos auftauchen

Mit diesem Kofferwort aus Fake und Deep Learning bezeichnet man eine Fälschung, die von einer künstlichen Intelligenz erschaffen wurde und die auf der Manipulation von Bild- und Videodateien basiert. Das funktioniert vor allem bei Personen, die in der Öffentlichkeit stehen und von denen es entsprechend viele Bild- und Videoaufzeichnungen gibt. Man kann damit Statements fälschen, Nicolas Cage in nahezu jedem Hollywood-Film mitspielen lassen oder ahnungslose Leute in Pornos schneiden. All das ist schon passiert und lässt sich teils auf yotoube finden (Nicolas Cage, nicht die Pornos).

Entstanden ist das Obama-Video in einer Kooperation zwischen dem Online-Portal Buzzfeed und Peeles Produktionsfirma „Monkey Paw Productions“. Zum Einsatz kam unter anderem „Fake App“, eine Software, die es ermöglicht, zum Beispiel die Mundpartie einer Person in einem Video mit der einer anderen auszutauschen und die Person damit sagen zu lassen, was immer man möchte. Im konkreten Fall wurde Peeles Mund in eine Aufnahme von Obama gerechnet und der Kiefer so manipuliert, dass er zu den Bewegungen passt. Peeles Stimme wurde ebenfalls nachbearbeitet, um der Obamas noch mehr zu ähneln, als sie das ohnehin schon tut.

Gefälschte Videoaufnahmen zu produzieren, ist denkbar einfach. Die Software ist kostenlos, kann also mehr oder weniger von jedem genutzt werden. Sicherlich wird nicht jeder Amateur ein solch perfektes Ergebnis wie in diesem Fall erzeugen können – angeblich benötigten die Hochleistungsrechner von Monkey Paw Productions 56 Stunden zur Berechnung und Feinabstimmung. Aber das Video zeigt, wie weit die Technologie bereits ist und die Reaktionen auf den Tweed von Buzzfeed beweisen, welch gefährlichen Unfug man damit treiben und was man mit solchem Unfug alles hervorrufen kann.

Wohl auch deshalb beendet Peele/Obama seine Scharade mit dem Appell an die Zuschauer, genau zu prüfen, welchen Informationen sie in diesen Tagen Glauben schenken und sich im Zweifel nur auf die glaubwürdigen und etablierten Medienanstalten zu verlassen. Wie zum Beispiel die Frankfurter Rundschau. Die empfiehlt Obama ausdrücklich. Okay, das waren jetzt Fake News. Verstanden?

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