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Autocomplete Diskriminierung auf Abfrage

Die NGO Goliathwatch kritisiert teils diffamierende Autovervollständigungen bei Googles Suchabfragen.

Google Autocomplete
So manche automatisierte Ergänzung ist diskriminierend, meint die Organisation Goliathwatch. Foto: Screenshot FR

Google ist nicht nur die Suchmaschine der Wahl der meisten Deutschen – laut einer wissenschaftlichen Untersuchung übernimmt jeder zweite Nutzer die Ergänzungen, die Google vorschlägt, wenn man beginnt, eine Suchanfrage einzutippen.

Darin liegt ein Problem, denn häufig sind die Vorschläge der „Autovervollständigung“ diskriminierend, wie die Nichtregierungsorganisation Goliathwatch in einer am Montag veröffentlichten Studie zeigt. Sucht man beispielsweise nach „Flüchtlinge müssen“, schlägt Google recht schnell Ergänzungen wie „gestoppt werden“ oder „draußen bleiben“ vor. Sucht man nach „Schwarze sind“, taucht unter anderem der Vorschlag „weniger intelligent“ auf.

Das zeigen Screenshots, die die Organisation am 13. August 2018 angefertigt hat. Die FR-Redaktion konnte beide Fälle in einem Test nicht nachvollziehen, was

jedoch daran liegen dürfte, dass jeder Google-Nutzer andere Suchergebnisse und –vorschläge angezeigt bekommt. „In den Algorithmus von Google ist nach unserer Auffassung eine automatische Möglichkeit integriert, Menschen zu diskriminieren, was wir als Autodiskriminierung bezeichnen“, schreiben die Autoren der Studie. Sie fordern von Google, die Autovervollständigung abzuschalten und den Schutz des Privaten als Grundeinstellung festzulegen.

Der Deutsche Bundestag soll nach den Vorstellungen von Goliathwatch kartellrechtliche Regeln schaffen, um „die Marktmacht von Digitalkonzernen wie Google, Amazon, Facebook und Co. zu entflechten“. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat entsprechende Pläne angekündigt.

An die Politik gerichtet, verlangt Goliathwatch außerdem die Schaffung eines demokratischen Aufsichtsrats zur Wirkung von Algorithmen. Die sind nicht nur bei der Autovervollständigung ein Problem, sondern unter anderem auch bei der Google-Bildersuche. Die zeigte beim Suchbegriff „Babys“ beispielsweise lange Zeit nur Kinder mit weißer Hautfarbe an, statt das ganze Spektrum menschlicher Hautfarben abzubilden. Ähnliches entdeckten Google-Kritiker auch bei der Bilder-Rückwärtssuche von Google: Die erkannte schwarze Menschen auf Fotos nicht als Menschen – sondern als Gorillas.

Wer Goliathwatch beim Protest gegen Google unterstützen möchte, kann weitere Fälle von „Autodiskriminierung“ auf der Website der Organisation hochladen. Außerdem können Unterstützer den Forderungen von Goliathwatch mit ihrer Unterschrift Nachdruck verleihen.

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