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1. FC Kaiserslautern Schiedsrichter soll Cornflakes zählen

Uli Hoeneß, Willi Konrad, Rudi Völler, Stefan Effenberg - und jetzt Jan Löhmannsröben. Der Spieler vom 1. FC Kaiserslautern rastet vor der Kamera aus und schenkt dem Netz ein neues Highlight-Video.

Jan Löhmannsröben
Jan Löhmannsröben vom 1. FC Kaiserslautern während der Debatte mit dem Schiedsrichter. Foto: imago

Sie werden seltener, die verbalen Blutgrätschen von Fußballern in Interviews nach dem Spiel. Früher, also in den Zeiten vor Club-TV und großen PR-Abteilungen, da rasteten die Kicker in schöner Regelmäßigkeit direkt nach dem Spiel aus, wenn der Puls noch bei 170 lag und der Ärger über vermeintliche Fehlentscheidungen und verloren gegangene Punkte noch frisch war. Das Netz ist voll von Kompositionen dieser Ausraster, die der Menschheit Bilder von herzerweichenden Schreianfällen und eine ganze Reihe an neuen Beschimpfungen schenkten.

Heute trainieren Fußballer ihr Auftreten vor Kameras und Mikrofonen ähnlich penibel wie das Umschaltspiel. Umso schöner, wenn dann doch mal wieder einer die Contenance verliert. Noch besser, wenn das aufgezeichnet wird.

So geschehen beim Auswärtsspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den FSV Zwickau in der dritten Liga. Das Spiel endete mit einem 1:1. Für die Lauterer, gerade abgestiegen und mit dem klaren Ziel des Wiederaufstiegs in die Saison gestartet, zu wenig. Sechs Spiele, sechs Punkte, Platz 15 – die Nerven liegen blank bei den Roten Teufeln. Wenn dann der Ausgleich für Zwickau auch noch in der Schlussminute per Elfmeter fällt, dann kann einem schon mal der Kragen platzen, hält man es mit dem FCK.

Wie zum Beispiel Jan Löhmannsröben. Der gebürtige Kasseler spielt seit diesem Sommer im Mittelfeld der Pfälzer. Gegen Zwickau war der 27-Jährige in ebenjener Schlussminute in einen Zweikampf verwickelt, den er als Foul an sich wahrnahm, den der Schiedsrichter aber mit einem Handspiel gegen ihn ahndete und folgerichtig auf Strafstoß entschied. Soweit eine allwöchentliche Meinungsverschiedenheit zwischen Schiedsrichter und Spieler.

Doch Löhmannsröbens Auftritt nach dem Spiel beim Interview mit Telekom-Sport sichert ihm einen Platz in jeder künftigen Zusammenstellung. Löhmannsröben rastet aus, und zwar nach allen Regeln der Kunst. Highlightsätze wie „wenn das ein Schiri ist, weiß ich nicht, Digga, dann soll der Cornflakes zählen“, „da platzt mir die Krawatte“ oder „die haben fünf Funktürme reingehauen“  prägen den knapp eineinhalb Minuten langen Auftritt.

Was für den Zuschauer die Freude, könnte sich im Nachgang für Löhmannsröben selbst zum Leid entwickeln. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes ermittelt und forderte den Spieler auf, Stellung zu seinen Aussagen zu beziehen. Eine Sperre wegen Schiedsrichterbeleidigung droht. Da versteht der DFB in der Regel keinen Spaß und originelle Beleidigungen wirken vorm Sportgericht wohl kaum strafmindernd.

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