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Zeitungsverlage Zeitungen sind optimistischer

Verleger setzen zunehmend auf zu bezahlende Textangebote und diverse Dienstleistungen.

Erstmals seit Jahren betrachten die deutschen Tageszeitungsverlage ihre Geschäftsaussichten wieder mit vorsichtiger Zuversicht. „Die Verlage sind selbstbewusst und optimistisch in das neue Jahr gestartet und sehen klare Perspektiven für ihre Unternehmen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Dietmar Wolff, am Donnerstag in Berlin. Die nach Jahren starker Verluste vergleichsweise positive Grundstimmung fußt auf einer verbesserten Geschäftsentwicklung. Zum einen legten die Werbeinnahmen aus dem Onlinegeschäft der Verlage im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent zu. Zum anderen verlangsamte sich der Rückgang des Gesamtumsatzes auf minus 0,8 Prozent gegenüber 2016 doch deutlich.

Einer BDZV-Umfrage unter 94 Zeitungsverlegern und Verlagsleitern zufolge, die für gut die Hälfte der gesamten Tageszeitungsauflage von 14,72 Millionen Exemplaren verantwortlich zeichnen, werden sich beide Trends im laufenden Jahr fortsetzen. Die Befragten rechnen mit einem Plus im E-Paper-Bereich von zehn Prozent, bei einem maßvollen Rückgang der Printauflage von 2,8 Prozent. Für die Werbeerlöse erwarten die Verlagschefs im Onlinegeschäft einen Zuwachs um 7,4 Prozent, im Printbereich einen minimalen Rückgang um 0,2 Prozent. Dabei falle es kleineren Verlagen mit einer gedruckten Auflage von unter 100 000 Exemplaren deutlich schwerer, sich auf die mit der Digitalisierung des Medienmarktes verknüpften Herausforderungen einzustellen als den großen, sagte Wolff.

Dies schlägt sich auch in den Planungen der Unternehmen für die kommenden Monate nieder: So wollen 69 Prozent der Verlage ihre interne Organisation in diesem Jahr grundlegend verändern und dabei vor allem die redaktionellen Angebote für die gedruckte Auflage und die Onlineauftritte enger zusammenführen. Hier sind große Verlage ebenso führend wie in der Kooperation mit jungen innovativen Unternehmen aus dem Medien- und Marketingbereich: 70 Prozent der großen Verlage setzen hier auf eine intensivere Zusammenarbeit, aber nur 30 Prozent der kleinen.

Als Einnahmequelle der Zukunft kristallisiert sich eine Ausweitung der zu bezahlenden Textangebote im Internet heraus: Mittlerweile bieten 205 Verlage solche kostenpflichtigen Inhalte an, die Zahl hat sich damit seit 2013 in etwa verdoppelt. 99 Prozent der befragten Topmanager gaben an, dieses Geschäftsfeld künftig ausbauen oder zumindest im alten Umfang weiterführen zu wollen.

Nach den bisherigen Erfahrungen sind Kunden am ehesten bereit, für exklusive Online-Informationen aus ihrer Region zu bezahlen. Auch Beiträge zur regionalen Bedeutung allgemeiner Themen sind gefragt. In der Umfrage bezeichneten je etwa zwei Drittel der Verlagsleiter Inhalte dieser Art als besonders erfolgversprechend.

Eine Zukunftsperspektive birgt laut Umfrage auch die Weiterentwicklung der Verlage zu umfassenden Marketingdienstleistern. Hierunter fallen Aufgaben wie das Erstellen von Websites für Geschäftskunden, das Ausrichten von Seminaren und Events, die mediale Begleitung von Messen, das Direktmarketing und Erstellen von Apps sowie das Management für Auftritte in sozialen Netzwerken. Dabei komme den Verlagen die enge Verzahnung mit der regionalen Wirtschaft zugute: Gegenüber professionellen Werbeagenturen ein Wettbewerbsvorteil.

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