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Streit mit Erdogan Böhmermann geht wegen „Schmähkritik“ in Berufung

Der Satiriker Jan Böhmermann legt Berufung ein gegen das Verbot von Teilen seiner „Schmähkritik“ gegen Erdogan.

10.03.2017 17:21
Kampfeslustig
Satirker Böhmermann: Ein übersteigertes Ehrempfinden Erdogans oder strategische Erwägungen der Politik dürften nicht zum Maßstab des deutschen Rechtsstaates werden. Foto: Rolf Vennenbernd (dpa)

Der Streit zwischen dem Fernsehsatiriker Jan Böhmermann und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geht einem Medienbericht zufolge in die nächste Runde.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" vorab berichtet, legte der Moderator Berufung gegen eine Entscheidung des Hamburger Landgerichtes ein, welches große Teile seiner sogenannten Schmähkritik verboten hat.

Böhmermann werde eine Einschränkung seiner Grundrechte nicht akzeptieren, sagte sein Anwalt Christian Schertz dem Blatt. "Man kann ein Kunstwerk nicht in Einzelteile sezieren."

Notfalls bis zum Bundesgerichtshof

Ein übersteigertes Ehrempfinden Erdogans, persönlicher Geschmack oder strategische Erwägungen der Politik dürften nicht zum Maßstab des deutschen Rechtsstaates werden. Schertz kündigte bereits im Februar Berufung an und will nach eigenen Worten notfalls bis zum Bundesgerichtshof gehen.

Böhmermann hatte das Werk im vergangenen Jahr in seiner ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" vorgetragen. Die Richter entschieden schließlich, dass die Grenze zur Ehrverletzung überschritten worden sei. Erdogan sieht sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und bezeichnet das Gedicht als rassistisch. Die Affäre führte auch zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Deutschland und der Türkei (rtr)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Türkei
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