Lade Inhalte...

Satirestreit Erdogan will Böhmermann-Gedicht völlig verbieten lassen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zieht erneut gegen das Gedicht des TV-Satirikers Jan Böhmermann juristisch zu Felde. Ein Anwalt des Staatschefs legte Berufung ein.

12.07.2017 14:37
Türkischer Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in Köln
Der türkischer Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will auch die letzten sechs Zeilen verbieten lassen. Foto: Oliver Berg (dpa)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zieht erneut gegen das Gedicht des TV-Satirikers Jan Böhmermann juristisch zu Felde. Ein Anwalt des Staatschefs legte nach Angaben eines Gerichtssprechers beim Oberlandesgericht Hamburg Berufung gegen ein Urteil ein, das die meisten Passagen des sogenannten Schmähgedichts für unzulässig erklärt hat. Zum genauen Inhalt des Antrags wollte sich der Sprecher am Mittwoch nicht äußern. „Der Spiegel“ berichtete, Erdogan wolle auch die letzten sechs Zeilen des Gedichts verbieten lassen.

Auch Böhmermann ist gegen das Urteil in Berufung gegangen. Allerdings geht es ihm darum, das gesamte Gedicht weiterverbreiten zu dürfen. Er stuft den Text nach Angaben seines Anwalts als Kunstwerk ein, das man nicht in Einzelteile sezieren könne.

Böhmermann hatte das Gedicht im vergangenen Jahr in seiner ZDF-Sendung „Neo Magazin Royale“ vorgetragen. Die Richter entschieden, dass die Grenze zur Ehrverletzung überschritten worden sei. Erdogan sieht sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und bezeichnet das Gedicht als rassistisch. Die Affäre führte auch zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Deutschland und der Türkei. (rtr)

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum