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Rundfunkbeitrag „Stürmisches Wetter sind wir gewohnt“

ZDF-Intendant Thomas Bellut über die Bedeutung der Öffentlich-Rechtlichen und die Bereitschaft zur Selbstkritik.

Die ZDF steht wie die gebührenfinanzierte ARD im Kreuzfeuer der Kritik. Foto: Imago

HR-Intendant Manfred Krupp hat im FR-Interview gesagt, es könne nicht Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen sein, „sich mit allen in der Bevölkerung gemeinzumachen“. Gehört es zu gutem Journalismus dazu, sich Gegner zu machen?
Guter Journalismus hat nicht das Ziel, sich Gegner zu machen, sondern Aufklärung zu leisten. Das führt hin und wieder dazu, dass man sich unbeliebt macht. Manfred Krupp hat natürlich recht – es ist nicht unsere Aufgabe, uns mit wem auch immer gemeinzumachen. Die Aufgabe ist es, aus einer journalistischen Distanz kühl und professionell auf die Welt zu blicken und darüber zu berichten.

Trügt der Eindruck, dass der Gegenwind stärker weht denn je? Und wenn das so ist: Woran liegt es?
Ich bin schon eine Weile im Geschäft. Glauben Sie mir, stürmisches Wetter sind wir gewohnt. Wer von der Allgemeinheit finanziert wird, muss sich Kritik, auch grundsätzliche, gefallen lassen und damit umgehen. Ich sehe das übrigens positiv: Wir müssen mehr erklären, warum es gut ist, dass es uns gibt. Wir sind viel transparenter geworden, und wir kommunizieren etwa über Social Media direkter mit dem Publikum.

Manche ärgern sich über die Höhe der Rundfunkbeiträge – vor allem, wenn sie die Millionenbeträge sehen, die für Sportübertragungen gezahlt werden müssen. Wo liegt für Sie die Schmerzgrenze, wenn es um Bundesliga, Fußball-WM oder Olympische Spiele geht?
Wir haben gerade Rechte für die Champions League verloren, weil wir nicht bereit sind, jeden Preis zahlen. Ich habe vor Jahren schon ein Limit definiert: Nicht mehr als zehn Prozent des Programmetats für Sportrechte. Wir liegen deutlich unter neun Prozent. Interessant war übrigens die Reaktion in Deutschland, als der amerikanische Discovery-Konzern die gesamten europäischen Olympia-Rechte aufgekauft hat. Da war die Sorge groß, dass vieles hinter der Bezahlschranke landen würde. Tatsächlich gab es dann großen Beifall, als es uns doch noch gelungen ist, die Spiele wieder bei ZDF und ARD in gewohnter Qualität und Breite zu zeigen.

Interview: Pitt von Bebenburg

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