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Nach Antisemitismus-Vorwürfen RBB trennt sich von Moderator Jebsen

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) trennt sich nun doch von Ken Jebsen. Auch Fritz-Programmchef Stefan Warbeck nimmt in der Antisemitismus-Affäre seinen Hut.

23.11.2011 16:57
Simon Hurtz
Fritz-Moderator Ken Jebsen. Foto: Radio Fritz

Der RBB trennt sich von seinem umstrittenen Radiomoderator Ken Jebsen (45). Auch der Programmchef der Jugendwelle Fritz, Stefan Warbeck (45), nimmt in der Affäre um angeblich antisemitische Äußerungen des Moderators auf eigenen Wunsch seinen Hut.

„Der Sender hat Herrn Jebsen gegen den Vorwurf verteidigt, er sei Antisemit und Holocaust-Leugner“, sagte RBB-Programmdirektorin Claudia Nothelle. „Allerdings mussten wir feststellen, dass zahlreiche seiner Beiträge nicht den journalistischen Standards des RBB entsprachen.“ Einzelheiten nannte sie nicht.

Der Sprecher des RBB, Justus Demmer, sagte der Berliner Zeitung, dass Stefan Warbeck mit seiner Entscheidung die Verantwortung für die „höchstens marginale redaktionelle Prüfung“ einzelner Beiträge Jebsens übernehme. Warbeck arbeitete seit 1993 für das Radioprogramm und war seit 2005 Programmchef von Fritz. Mit ihm werde über eine neue Aufgabe im Sender gesprochen.

"Verhalten nicht tragbar"

„Das Verhalten von Ken Jebsen in den letzten zwei Wochen war nun aber für den Sender nicht tragbar“, sagt Demmer. Auch er wollte nicht weiter ins Detail gehen und ließ offen, ob für die Entscheidung auch die „KenFM“-Ausgaben eine Rolle spielten, die Jebsen an den vergangenen beiden Sonntagen moderiert hatte.

Hintergrund der Affäre war eine Jebsen zugeschriebene Mail an einen Hörer, die der Publizist Henryk M. Broder im Internet veröffentlicht hatte. Wegen des Satzes „Ich weiß, wer den Holocaust als PR erfunden hat“ wurde Jebsen Antisemitismus vorgeworfen. Daraufhin lud er Broder in seine Sendung ein, der das aber unter Verweis auf eine „Grenzüberschreitung“ ablehnte, die die Äußerung zum Holocaust darstelle. Die nunmehrige Entlassung wollte Broder nicht kommentieren. Das sei allein Sache des RBB.

Am 6. November war „KenFM“ zwischenzeitlich ausgesetzt worden. Daraufhin wurden verbindliche Vereinbarungen über die Gestaltung der Sendung getroffen, Jebsen durfte wieder auf Sendung. Laut Programmdirektorin Nothelle seien diese Vereinbarungen aber wiederholt nicht eingehalten worden. „Wir bedauern das und müssen auf seine Mitarbeit künftig verzichten.“

Ken Jebsen hat in einem YouTube-Videodie Vorwürfe des RBB zurückgewiesen.

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