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Medien New York Times profitiert offenbar von Trump-Effekt

Glaubt man Donald Trump, geht es mit der ungeliebten New York Times wirtschaftlich bergab. Jetzt meldet die Zeitung hohe Gewinne und den stärksten Abo-Zuwachs ihrer Geschichte.

New York Times
Chefredakteur Dean Baquet (Mitte), hier beim Feiern der Pulitzer-Preise, die die „New York Times“ in diesem Jahr gewann. Foto: rtr

Das Blatt ist der Lieblingsfeind von Donald Trump. Wenn sich der US-Präsident einmal wieder über „Fake News“ (Lügenpresse) ereifert, fällt garantiert der Name der „New York Times“.

Umgekehrt vergeht kein Tag, an dem die liberale Zeitung nicht irgendeine neue Wendung des Präsidenten aufdeckt und seziert. Unweit ihrer Redaktion wirbt sie am Times Square im Herzen Manhattans mit dem Slogan „Truth“ (Wahrheit) – ein massiver Seitenhieb gegen den Präsidenten, der oft mit falschen Behauptungen operiert.

Bislang hat Trump die häufige Kritik des altehrwürdigen Blattes stets mit dem Hinweis beiseite gewischt, mit der Zeitung gehe es ohnehin begab: Von der „failing New York Times“ redet er gerne. Doch da hat sich der Präsident getäuscht. Am Mittwoch meldete die Zeitung einen Rekord: Im ersten Quartal dieses Jahres konnte sie ihre Digital-Abos um 308 000 auf 2,2 Millionen steigern.

Das ist der stärkste Zuwachs in der bisherigen Geschichte des Unternehmens. Zusammen mit der gedruckten Ausgabe kommt das Blatt derzeit auf eine Auflage deutlich über drei Millionen. „Es zahlt sich aus, echte Nachrichten zu drucken in Zeiten, in denen es so viele Fake News gibt“, hatte Chefredakteur Dean Baquet schon vor ein paar Tagen erklärt.

Doch auch die Aktionäre können zufrieden sein. Anders, als von Trump vorausgesagt, rechnet sich das Geschäft mit seriösen Informationen auch betriebswirtschaftlich: Durch die höhere Digitalauflage und eine Anhebung der Preise für die Abonnements stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,1 Prozent auf 398,8 Millionen Dollar.

Die deutlichen Einbrüche im Anzeigengeschäft für die gedruckte Ausgabe wurden durch höhere Vertriebserlöse und wachsende digitale Werbeeinnahmen mehr als ausgeglichen. Der Betriebsgewinn legte leicht von 27,9 Millionen Dollar auf 29 Millionen Dollar zu.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

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