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Manipulation statt Information American Way of Nächstenliebe

Amerikas Präsidenten lügen. Der Dokumentarfilm "War made easy" zeigt, wie sie dem Volk hehre Ziele vorgegaukeln und das Bombardement von Menschen wie einen Akt der Nächstenliebe aussehen lassen.

George W. Bush soll einer Studie zufolge vor dem Irak-Krieg 260 Mal gelogen haben. Insgesamt hätten es Spitzenbeamte der US-Regierung damals auf 935 Unwahrheiten gebracht. Notlügen? Keineswegs. Sie nahmen es nur nicht so genau, wenn es um Massenvernichtungswaffen und die Beziehung Irak-El Kaida ging.

Doch steht die Bush-Regierung nach Ansicht des amerikanischen Wissenschaftlers Norman Solomon nicht alleine da. So unterschiedlich die US-Präsidenten seit dem Zweiten Weltkrieg auch waren, in einem Punkt ähnelten sie sich: Ihr vermeintlicher Kampf für Freiheit und Demokratie sei das stärkste Argument für einen gewollten Krieg. Ihre Strategie laute Manipulation statt Information, Propaganda statt Aufklärung.

Amerikas Präsidenten lügen, sagt Solomon, dessen Geschichte Loretta Alper und Jeremy Earp in dem Dokumentarfilm "War made easy" umgesetzt haben. Die US-Regierung habe dem Volk hehre Ziele vorgegaukelt und das Bombardement von Menschen wie einen Akt der Nächstenliebe aussehen lassen. Dabei hätten sie vor allem geopolitische und wirtschaftliche Interessen geleitet.

Mit Material von Ansprachen der Präsidenten verdeutlichten die Filmemacher, wie sehr sich ihre Sprache und Rhetorik ähneln. Bush und seine Vorgänger haben missliebige Staatsoberhäupter mit Hitler und Stalin verglichen, sie als Barbaren, Diener des Bösen und Diktatoren bezeichnet und die Angst ihres Volkes geschürt. Informationen, um die Bilder einordnen zu können, lieferten sie keine. Auch wurde stets verschwiegen, dass die USA diesen Schurken oft erst zur Macht verholfen hat.

Ein weite Strecke des Films nimmt die Kritik an den US-Medien ein, die die Sicht des Weißen Hauses oft unreflektiert übernommen und mitunter gar verstärkt haben. Als Kläger wird Solomon inszeniert. Ansonsten lassen die Regisseure Reagan und Kumpane und Kriegsberichte sprechen - grausame Bilder gibt es wenige zu sehen. Meist wird es dem Zuschauer überlassen, sich vorzustellen, was Bomben am Boden anrichten.

Verzichtet wurde leider auf Inserts. Doch nicht jeder wird sich an das Konterfei von Truman und Johnson oder Panamas Machthaber Manuel Noriega erinnern. Der WDR zeigt eine 45-minütige Fassung. Die amerikanische Originalversion ist fast eine halbe Stunde länger und wird vom Regisseur und Friedensaktivisten Sean Penn gesprochen. Sie kann im Internet angesehen werden.

"War made easy - Wenn Amerikas Präsidenten lügen", WDR, 22 Uhr, und 18. März, 14.15 Uhr.

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