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„Maischberger“-Eklat Jetzt spricht Wolfgang Bosbach

„Bei so einer Argumentation hört bei mir jedes Verständnis auf“ - CDU-Politiker Wolfgang Bosbach über den Streit mit Jutta Ditfurth und seinen Abgang bei „Maischberger“.

Streit bei Maischberger
CDU-Politiker Bosbach: „Es war die Kombination des Verhaltens und der schlicht abwegigen Argumentation von Frau Ditfurth". Foto: dpa

„Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?“ war die TV-Talkrunde bei Sandra Maischberger am Dienstagabend überschrieben. Eine Stunde lang hielt es der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach (CDU) darin aus, dann verließ er die Runde nach heftigen Auseinandersetzungen mit der Politikerin und Publizistin Jutta Ditfurth vor laufender Kamera. Über die Hintergründe sprach Guido Wagner mit dem Innenpolitiker.

Sie sind medienerfahren wie kaum ein anderer Politiker. Warum haben Sie die Runde bei Sandra  Maischberger verlassen?
Es war die Kombination des Verhaltens und der schlicht abwegigen Argumentation von Frau Ditfurth.

Was hat Sie besonders gestört?                                                             
Man kann die Argumentation von Frau Ditfurth in einem Satz zusammenfassen: „Wenn es Gewalt gegeben hat, dann ging die Gewalt von der Polizei aus, und wenn es 500 verletzte Polizisten gab, ist das nicht die Schuld des Schwarzen Blocks und der Vermummten.“ Bei so einer Argumentation hört bei mir jedes Verständnis auf.

Sie haben den Eindruck gemacht, dass Sie das Thema auch emotional besonders betroffen hat, weil es da um Menschen ging, die während Ihrer Arbeit für den Staat verletzt worden sind …
Jawohl, da haben Sie völlig recht. Ich habe in den vergangenen Tagen eine Reihe von Zuschriften von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten erhalten, die in Hamburg Dienst getan haben. Es waren erschütternde Berichte, die mich an Frontberichterstattung erinnert haben.

Und wenn die dann einigermaßen heil nach Hause kommen und sich dann das Gequatsche von Frau Ditfurth anhören müssen, dann ich mich in deren Lage sehr gut hineinversetzen. Ich fürchte, dass vieles, was sich während der Sendung ereignet hat, von den Zuschauern gar nicht gesehen werden konnte.

Zum Beispiel?
Frau Ditfurth hat – mal laut, mal halblaut, mal leise – dazwischengeredet und insbesondere den ebenfalls in der Runde sitzenden Hamburger Polizeihauptkommissar Joachim Lenders in einer Art und Weise beleidigt, die für mich unerträglich war.

Ist es für Sie nicht eine Niederlage gewesen, dass Sie die Diskussion verlassen haben?
Ich musste sie ja nicht verlassen, ich habe sie freiwillig verlassen. Aber die Sendung konnte ihren Zweck ja gar nicht erfüllen, weil es nicht zu einem Austausch von Argumenten gekommen ist. Ich habe Frau Ditfurth zum Beispiel gefragt, wie sie es mit dem Thema Vermummung hält. Das war eine Frage, die hätte sie ganz kurz beantworten können, aber sie hat sie gar nicht beantwortet. Eigentlich dient ja eine solche Sendung dem Austausch von Argumenten. Und dazu gehört auch die Bereitschaft, dass man mal dem anderen zuhört.

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