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Mädchenmagazin Wendy Erzähl mir was vom Pferd!

Das Mädchenmagazin Wendy wird 25 Jahre alt - doch inzwischen sinkt die Auflage, der Konkurrenzdruck ist größer.

18.03.2011 00:09
Anne Bohlmann
Titelheldin Wendy hoch zu Ross - zum ersten Mal ist die Comicfigur auf dem Titel. Foto: Egmont Ehapa Verlag

Mit blondem Haar und pinkfarbenem T-Shirt auf einem Schimmel – so ist Wendy, die Titelheldin des gleichnamigen Mädchenmagazins, auf der aktuellen Jubiläumsausgabe abgebildet; zum ersten Mal in der Geschichte des Hefts ist die Comicfigur vorne zu sehen. Die Pferdezeitschrift wird in diesem Jahr 25; anders als früher muss Wendy sich heute gegen viele andere Titel behaupten. Pferdethemen sind zwar – trotz Fernsehlieblingen wie Sponge Bob und Hannah Montana – bei Mädchen nach wie vor beliebt. Doch im Pferdesegment gibt es starke Konkurrenz; das Monatsheft Lissy hat ein ähnliches Konzept wie die 14-tägig erscheinende Wendy. Letztere hat seit 1998 zwei Drittel ihrer Leserinnen verloren und verkaufte Ende 2010 nur noch knapp 60.000 Exemplare.

Doch viele Mädchen bleiben Wendy treu. Vor allem bei den Sechs- bis Neunjährigen kann das Pferdeheft punkten; bei den Zehn- bis Zwölfjährigen liegt Wendy nach Bravo und Bravo Girl an dritter Stelle der meistgelesenen Zeitschriften. Oliver Krohn, Redakteur von Wendy, erklärt das durch die Hauptfigur. „Wendy ist ein Vorbild für die Mädchen. Sie ist extrem tierlieb, hilfsbereit, zielstrebig und löst ihre Probleme alleine“, sagt Krohn. Das 15-jährige Mädchen ist die Heldin der Comic-Geschichten; die Figur hat sich im Laufe der Jahre kaum verändert. Das Magazin wurde 2009 grundlegend überarbeitet, um für die jüngere Leserschaft besser verständlich zu sein: Das Schriftbild wurde vereinfacht, das Heft übersichtlicher gestaltet. Emotionaler und romantischer sei die Zeitschrift geworden, so Krohn.

Den Mädchen signalisiert das: Das ist für dich. Der Markt unterscheidet klar zwischen Mädchen- und Jungenzeitschriften; Sport ist für Jungs, Pferde für Mädchen. Medienpädagogin Maja Götz sieht das kritisch. „Pferde sind Mädchen wichtig. Prinzipiell ist es gut, wenn eine Zeitschrift das aufnimmt“, sagt Götz, „aber im Detail ist die Wendy klischeehaft.“ Zickenkriege, Intrigen, pinkgekleidete Figuren mit dünnen Hüften – „einseitig“ beschreibt Götz das Mädchenbild des Magazins und fährt fort: „Die Macher drängen die Mädchen in eine bestimmte Ecke, dabei hat das Thema Pferde auch burschikose Facetten.“ Letztlich schade das Magazin sich damit selbst: „Die Mädchen merken das, irgendwann wenden sie sich von Wendy ab“, sagt Götz.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

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