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"Kontext" Reporter-Veteran gründet Zeitung in Stuttgart

Neues im SüdwestenIin der kommenden Woche will Reporter-Veteran Josef-Otto Freudenreich seine kritische Online-Zeitung und taz-Beilage für Baden-Württemberg starten.

28.03.2011 22:32
Der Journalist Josef-Otto Freudenreich. Foto: Klöpfer & Meyer Verlag

Am Tag nach der Abwahl der Landesregierung herrscht Aufbruchstimmung in Baden-Württemberg. Josef-Otto Freudenreich ärgert sich aber vor allem darüber, dass es die Telefongesellschaft immer noch nicht geschafft hat, dass jeder der sechs Redakteure über eine eigene Einwahl zu erreichen ist. Der langjährige Chefreporter der Stuttgarter Zeitung sitzt in einem Stuttgarter Büro und schreibt an einem Text, der in Kürze unter www.kontext-wochenzeitung.de zu lesen sein soll.

Im vergangenen Jahr verließ Freudenreich die Stuttgarter Zeitung. Über Kontext sagt der 60-Jährige: „Wir wollen den Filz zerschneiden.“ In nahezu sechs Jahrzehnten CDU-Regierung sei er überall gewachsen, durchziehe die Politik, Wirtschaft und Justiz Baden-Württembergs. Freudenreich weiß, wovon er spricht. Mit Meinrad Heck, seinem Kollegen von der Stuttgarter Zeitung hat der Träger des Theodor-Wolff- und des Wächterpreises das Buch „Wir können alles: Filz, Korruption & Kumpanei im Musterländle“ geschrieben. Auch Heck ist bei Kontext dabei.
In dem Text, den Freudenreich für die Rubrik „Wir über uns“ schreibt, soll stehen, dass es sich bei Kontext um ein unabhängiges Online-Portal hauptberuflich arbeitender Journalisten handelt, das von Stuttgarter Bürgern getragen wird. Gründlich statt schnell soll Kontext sein, hintergründig statt oberflächlich.
Am 6. April geht Kontext online, von da an wird das Portal jeden Mittwoch aktualisiert. Vom 9.?April an werden ausgewählte Kontext-Artikel sonnabends als vierseitige Beilage der südlich des Mains vertriebenen Wochenend-taz auch gedruckt erscheinen.
Rückblick: Bei der Genossenschaftsversammlung der taz, im September 2009 in Berlin, tritt eine Frau vor das Mikrofon. In schwäbelndem Akzent sagt die Genossin, sie hoffe sehr, dass sich die taz doch noch eine Baden-Württemberg-Ausgabe zulegt. Die etablierten Medien der Region befriedigten das Informationsbedürfnis nicht mehr.
Einige Monate später nimmt sich Freudenreich die taz-Chefin zur Seite. Er erzählt von Geldgebern, die bereit seien, ein Stuttgarter Büro zu finanzieren. Danach hörte man nichts mehr von dem Projekt, erst jetzt ist die Finanzierung mit 200.000 Euro für das erste Jahr gesichert. Die Geldgeber haben einen Verein gegründet, der später in eine Stiftung übergehen soll. Zu ihnen gehören der ehemalige Daimler-Benz-Vorsitzende Edzard Reuter, Verleger Hubert Klöpfer, Theater-Regisseur Volker Lösch, der frühere ZDF-Frontal-Chef Ulrich Kienzle, der ehemalige Leichtathlet Dieter Baumann und der Schauspieler Walter Sittler, Symbolfigur der Stuttgart-21-Proteste.

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