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Journalistenverband DJV nimmt Hayali vor AfD-Angriffen in Schutz

Der Journalistenverband ruft die AfD zu einem fairen Umgang mit Journalisten auf. Hintergrund ist ein geplatztes TV-Gespräch mit Hayali und AfD-Frontfrau Frauke Petry.

17.03.2016 13:35
Christine Meyer
Streitbare Journalistin: Dunja Hayali. Foto: imago/Rüdiger Wölk

Umgekehrte Vorzeichen: Am Donnerstag ging es im Dauerkonflikt zwischen der Alternative für Deutschland und den „Mainstreammedien“ erneut um die Frage des korrekten Umgangs. Nur war es dieses Mal nicht die AfD, die sich über schlechte Behandlung durch die „Pinocchiopresse“ (O-Ton AfD-Chefin Frauke Petry) beklagte. Vielmehr rief der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) die bei den Landtagswahlen erfolgreiche Partei auf, ihrerseits auch einen „fairen Umgang mit Journalisten“ zu pflegen. Hintergrund ist der inzwischen in die vierte Runde gehende Schlagabtausch zwischen Frauke Petry und dem „ZDF-Morgenmagazin“, dessen Moderatorin Dunja Hayali.

Petry unterstellte der ZDF-Journalistin in einer AfD-Pressemitteilung, Hayali habe „Schwierigkeiten, ihre journalistische Arbeit in einem aus Steuergeldern finanzierten Sender von ihrer politischen Einstellung zu trennen“. Hayali erscheine „zunehmend mehr als politische Aktivistin denn als professionell arbeitende Journalistin“, schrieb Petry und verwies unter anderem auf Hayalis Engagement für die Vereine „Gesicht zeigen!“ und „Respekt! Kein Platz für Rassismus“.

Anlass für die Kritik der AfD war zunächst die Tatsache, dass Petry in den letzten Wochen dreimal beim Morgenmagazin eingeladen war. Zweimal sagte sie aus Termingründen ab, einmal fehlte sie ohne Begründung. Nachdem sie am Montag nicht gekommen war, erklärte ihr Pressesprecher, sie habe den Termin übersehen. Später hieß es, wegen eines Hackerangriffs auf die Server der AfD sei er im E-Mail-Postfach untergegangen. Das widerlegte Hayali am Mittwoch in einem Interview mit dem „Stern“: Die Kommunikation mit Interviewgästen laufe grundsätzlich per Telefon und SMS. Zum Ablauf der Kommunikation äußerte sich Hayali auch bei Twitter.

Daraufhin zeigte sich die AfD empört, dass die Journalistin die interne Kommunikation offenlegt. Sie frage sich, wieso Hayali „über Twitter und andere Online-Medien eine Skandalisierung anstrebt“, so Petry. Ihre Terminschwierigkeiten erklärt die AfD-Chefin mit ihrer Rolle als vierfache Mutter. Zwischen sechs und sieben Uhr solle „ein bisschen Familienleben“ gewährleistet sein.

Dass Petry Hayali als „Politaktivistin“ bezeichnete, wies am Donnerstag auch das ZDF zurück. Hayali so zu nennen, sei abwegig, erklärte der Redaktionsleiter des Morgenmagazins, Thomas Fuhrmann. „Fakt bleibt: Die AfD-Vorsitzende ist nicht zu dem zugesagten Live-Interview am Montagmorgen im ZDF erschienen.“ Der Sender werde Frauke Petry aber auch in Zukunft einladen.

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