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Hessischer Rundfunk Manfred Krupp führt den hr ab Februar

Die Entscheidung für die Nachfolge des scheidenden Intendanten Helmut Reitze ist gefallen: Manfred Krupp soll im Februar zum neuen Chef des Hessischen Rundfunks gewählt werden. Einigen geht das zu schnell.

Manfred Krupp. Foto: HR/Sascha Rheker/Andreas Frommkn

Es kommt wie erwartet beim Hessischen Rundfunk. Fernsehdirektor Manfred Krupp, der bisher schon als stellvertretender Intendant amtierte, tritt im nächsten Jahr die Nachfolge des scheidenden Intendanten Helmut Reitze an. Die Wahl ist für den 5. Februar geplant.

Die Findungskommission unter Leitung des Rundfunkrats-Vorsitzenden Jörn Dulige votierte für den 59-jährigen Journalisten Krupp – einstimmig, wie der Sender am Dienstag mitteilte. Das wird im Rundfunkrat anders sein. Dort dürfte es auch abweichende Voten geben, obwohl Krupp als alleiniger Kandidat zur Wahl steht.

An der notwendigen Stimmenzahl für den erfahrenen hr-Mann besteht aber kein Zweifel. Krupp hat vor mehr als 30 Jahren bei dem Sender volontiert und wurde dort 1986 Redakteur. Der Eintracht-Frankfurt-Fan berichtete aus Wiesbaden und stieg weiter zum Abteilungsleiter, zum stellvertretenden Fernseh-Chefredakteur und zum Chefredakteur auf. Als Fernsehdirektor amtiert Krupp bereits seit mehr als zehn Jahren, als Vize-Intendant seit über fünf Jahren.

Krupp wird von den CDU-nahen Mitgliedern der Gremien unterstützt, ohne dass er der Partei zuzuordnen wäre. Radio-Bremen-Intendant Jan Metzger, der lange für den Hessischen Rundfunk gearbeitet hatte und ebenfalls vorgeschlagen worden war, wird nicht ins Rennen gegen Krupp geschickt. Seine Befürworter stellten fest, dass keine Mehrheit für ihn zu gewinnen war.

Keine Suche jenseits der eingefahrenen Gleise

Der 63-jährige Helmut Reitze hatte im November bekannt gegeben, dass er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen abgibt. Er führte den Sender seit Anfang 2003. Reitze bat um eine Nachfolge-Regelung innerhalb weniger Monate. Dem folgten die hr-Gremien, was nicht allen Beteiligten gefällt. Manche hätten sich mehr Zeit gewünscht, um jenseits der eingefahrenen Gleise nach Kandidaten und vor allem Kandidatinnen zu suchen. Es sei nie ernsthaft eine Frau im Gespräch gewesen, heißt es. Manche sehen darin einen Widerspruch zum offiziellen Kurs der Frauenförderung.

Krupp wird nicht nur bei der inhaltlichen und wirtschaftlichen Aufstellung des Senders gefordert sein. Auch personell stehen weitere Entscheidungen an, in denen er seine Unabhängigkeit von politischem Druck beweisen muss. Zunächst ist Krupps bisherige Position als Fernsehdirektor neu zu besetzen. Ebenfalls in absehbarer Zeit wird ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Alois Theisen auf dem Posten des Fernseh-Chefredakteurs gefunden werden müssen.

Finanziell ist der Sender unter Druck

Finanziell steht der Sender ohnehin unter Druck. Der Rundfunkrat hatte in diesem Monat einen Haushalt 2016 genehmigt, der ein Defizit von 82 Millionen Euro ausweist. „Wir befinden uns trotz der massiven Einsparungen in den letzten Jahren und des erheblichen Personalabbaus in einer sehr schwierigen Situation“, sagte Reitze in seiner Rede vor dem Rundfunkrat.

Das Gremium lobte zwar die Sparerfolge, zeigte sich aber zugleich „besorgt über die finanzielle Basis des Senders“, wie es in einer Mitteilung des hr hieß. Reitze und der Vorsitzende des hr-Rundfunkrats, Dulige, hoffen daher auf mehr Geld durch höhere Rundfunkbeiträge. „Schließlich müssen den öffentlich-rechtlichen Sendern die finanziellen Möglichkeiten gewährt werden, die sie benötigen, um den gesetzlich definierten Programmauftrag zu erfüllen“, sagte Dulige.

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