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Globales Gangstertum

Aufklärung aus der Blackbox: Brisante Dokumentation über den umstrittenen Biotechnologie-Konzern Monsanto

Ernährung, Gesundheit, Hoffnung. So lauten der Slogan des multinationalen US-amerikanischer Konzerns Monsanto. Doch was verbirgt sich hinter dem Unternehmen mit dem verheißungsvollen Spruch, aus dessen Haus rund 90 Prozent aller Gen-Pflanzen stammen, die rund um den Globus angebaut werden, und das zu den umstrittensten Firmen des Industriezeitalters zählt?

Marie-Monique Robin zeichnet den Aufstieg des weltweit führenden Gentechnik-Konzerns nach und deckt dessen Machenschaften auf. Drei Jahre lang hat die preisgekrönte französische Regisseurin dafür recherchiert. Herausgekommen ist der brisante Dokumentarfilm "Monsanto, mit Gift und Genen". Die Filmemacherin nimmt den Zuschauer für lange 108 Minuten mit auf ihre Reise rund um die Welt.

Mit nach Paraguay, wo sie den Kampf der kleinen Bauern gegen die Verdrängung durch von Monsanto forcierte Monokulturen aufzeigt. Nach Indien, wo es für Baumwolle inzwischen fast ausschließlich Saatgut des US-Konzerns gibt, das Farmer abhängig macht. Nach Mexiko, wo sich Landwirte dagegen wehren, dass ihr Ur-Mais durch genveränderte Sorten von Monsanto verunreinigt wird. Und gleich mehrfach mit in die USA.

Robin offenbart, wie Monsanto eine ganze US-Kleinstadt mit Rückständen des chemischen Öls PCB verseucht hat. Sie dokumentiert, welche Auswirkungen ein Wachstumshormon für Rinder auf die Tiere und die Milch hat. Und sie schildert den Streit ehemaliger Vietnam-Soldaten gegen den Konzern, der einst das Herbizid Agent Orange hergestellt hat.

Dezidiert werden die zahlreichen gerichtlichen Verfahren des Multikonzerns untersucht, in denen es um gesundheitliche Schadensersatzklagen sowie um die Durchsetzung von Patentansprüchen auf dem Gebiet der Biotechnologie geht. Mit Hilfe von unabhängigen Wissenschaftlern und zum Teil unveröffentlichten Dokumenten veranschaulicht Robin, mit welchen Methoden Monsanto seine Interessen durchsetzt.

Nach jeder Etappe landet der Zuschauer in Robins eigenartiger Blackbox, einem schwarzen Raum, wo sie am Computer sitzt und googelt. Monsanto kommt nicht zu Wort. Stattdessen sind Dokumente und Stellungnahmen auf der Webseite des Konzerns zu sehen. Der Film endet mit einem Telefonat, in dem erneut ein Gespräch mit Robin abgelehnt wird, da Monsanto davon ausgehe, ihre Darstellung wäre nicht positiv.

"Monsanto, mit Gift und Genen", Arte, 21 Uhr.

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