Lade Inhalte...

Game of Thrones Wer ist der Night King?

Seit einiger Zeit hält sich hartnäckig eine Theorie über die wahre Identität des Night King in „Game of Thrones“. Was steckt dahinter?

Der Night King
Einige „Game of Thrones“-Fans haben eine nicht von der Hand zu weisende Theorie aufgestellt, wer in Wahrheit hinter dem Night King steckt. Foto: Screenshot Sky

Die White Walker sind umgeben von Geheimnissen. Man weiß kaum etwas über sie, ihre Kultur oder ihre Motivation. Es gibt sie seit Jahrtausenden, sie haben die Fähigkeit, die Toten wiederzuerwecken, Menschen, Tiere und auch Drachen, und sind so eine fast unaufhaltsame Bedrohung für Westeros.

Seit der sechsten Staffel weiß man, dass der Night King, der Anführer der White Walker, von den Kindern des Waldes erschaffen worden ist. Sie wollten für sich eine Art Schutz oder auch Waffe im Krieg gegen die Ersten Menschen erschaffen und trieben einem Mann einen Drachenglasdolch ins Herz. Dieser wurde so zum Night King. Der Zuschauer erfährt dies durch Brandon Stark, der dank seiner Fähigkeiten als Dreiäugiger Rabe in die Vergangenheit blicken kann.

Achtung: Wer keine Theorien über die weitere Handlung von „Game of Thrones“ wissen möchte, sollte hier besser nicht weiterlesen!

Aber Bran kann nicht nur in Vergangenheit und Zukunft sehen. Er ist auch ein Warg und kann die Körper von Tieren (wie zum Beispiel seinen Schattenwolf Summer) und Menschen (wie zum Beispiel Hodor) übernehmen. Als Bran mit Meera Reed und Hodor auf der Flucht vor dem Night King durch eine rettende Tür aus den Höhlen unter dem großen Wehrholzbaum entkommt, übernimmt er mit seiner Fähigkeit die Kontrolle über Hodors Körper, damit dieser sich gegen die Tür stemmt, während die anderen weiter fliehen können. Zeitgleich befindet sich Bran aber in einer Vision der Vergangenheit in Winterfell und begegnet dort dem jüngeren Hodor. Doch da Bran seine Fähigkeiten noch nicht vollkommen beherrscht, kommt es zu einer Art Zeitparadox-Rückkopplung. Das Bewusstsein des Stalljungen scheint sich mit dem  Geist des alten Hodor zu verbinden und plötzlich erlebt der junge Hodor, was kein Mensch erleben möchte, nämlich seinen eigenen, zukünftigen Tod. Er bricht zusammen und schreit fortwährend „Hold the Door!“, „Hold the Door!“.

Bran kann in einer seiner Vergangenheitsvisionen sogar die Aufmerksamkeit seines Vaters Ned Stark am Tower of Joy auf sich ziehen, in einer anderen wird er vom Night King berührt.

Die Interaktion mit der Vergangenheit ist für Bran also möglich. Die Kombination aus diesen Fähigkeiten macht ihn wahrscheinlich mächtiger als jeden Dreiäugigen Raben vor ihm. Kann es ein, dass Bran versucht hat, in die Zeit einzugreifen, die Geschichte zu verändern, um so die White Walker an der Invasion von Westeros zu hindern? Und führen alle Versuche nur zu der unumgänglichen und unwiderruflichen Zeitlinie, die wir kennen? Ist Bran selbst der Night King?

Seit einiger Zeit hält sich unter Fans diese Theorie. Bekannte You-Tube Kanäle wie Hybrid NetworkThe Den of Nerds und viele andere beschäftigen sich seit einigen Wochen eingängig mit der These, laut der Bran in der Vergangenheit Versuche unternimmt, die White Walker aufzuhalten und schließlich selbst zum Night King wird.

Das Gedankenspiel beginnt mit König Aerys II. Targaryen, der vor Robert Baratheon über Westeros herrschte. Es wird vermutet, Bran habe versucht, dem König zu sagen, dass er sich mit Seefeuer eindecken soll, um so auf die kommende Bedrohung durch die White Walker vorbereitet zu sein. Bran reist also in der Zeit zurück, um ihn zu warnen. Aerys II. wird von der Stimme in seinem Kopf aber verrückt, er wird zum „Mad King“, und die Ereignisse, wie wir sie kennen, nehmen ihren Lauf.

Bran muss also einen anderen Weg wählen, die White Walker aufzuhalten. Er könnte versucht haben zu erfahren, wie die White Walker bei ihrem ersten Versuch Westeros zu erobern, besiegt worden sind. Er geht noch weiter in die Vergangenheit zurück, ca. 8000 Jahre vor Beginn der Handlung von „Game of Thrones“, als die Mauer erbaut wurde. Dort merkt er, dass er selbst für den Bau sorgen muss, und wird dort zu Brandon Stark dem Erbauer, einem Vorfahre der Starks, der die Mauer erbaute, um die White Walker aufzuhalten. Vielleicht ist er nicht nur aus Familientradition ein Namensvetter. Und wieder nehmen die Ereignisse, wie wir sie kennen, ihren Lauf. Bran bestätigt durch all seine Handlungen immer nur die bereits existierende Zeitlinie.

Wie wir aber aus dem Staffelfinale wissen, hält die Mauer dem Eisdrachen nicht stand. Daher könnte Bran noch weiter zurück gereist sein, an den Punkt, an dem die Kinder des Waldes den Night King erschaffen haben. Er wargt in den Menschen, den die Kinder des Waldes zum Night King machen werden, um ihnen die fatalen Auswirkungen ihrer Handlung klarzumachen, sich zu wehren oder wegzulaufen. Als er merkt, dass es misslingt, versucht er in seine aktuelle Zeit zurückzukehren, bevor das Drachenglas in sein Herz eindringt.

Dies ist aber nicht mehr möglich, da er zu lange und zu tief in der Vergangenheit war. Bryndon Rivers, der vor Bran der Dreiäugige Rabe war, hatte ihn nämlich genau davor gewarnt. Gleich zweimal weist er Bran auf die Konsequenzen der Zeitreisen hin: „It is beautiful beneath the sea, but if you stay too long, you drown“ („Es ist schön unter dem Meer, aber wenn du zu lange bleibst, ertrinkst du“), und ein anderes Mal: „Stay too long were you don’t belong, and you will never return“ („Bleibe zu lange dort, wo du nicht hingehörst, und du wirst niemals wiederkehren“). Er bleibt im Körper des Mannes stecken und kann nicht mehr in seine Zeitlinie zurückkehren. Bran wird zum Night King. Soweit die Theorie, die es noch in vielen weiteren Fassungen und mit unzähligen Ergänzungen gibt.

Warum aber versucht der Night King, also Bran, nicht einfach, sein jüngeres Selbst zu töten, um so den Kampf zu beenden? Auch dafür hat die Theorie eine Erklärung: Weil er, nach so langer Zeit, endlich gelernt hat, dass „die Tinte trocken ist“, wie Bryndon Rivers versucht hat, ihm beizubringen. Alles was er tut, führt nur zu den schon festgeschriebenen Ereignissen. Man kann die Geschichte nicht verändern.

Noch weitergedacht könnte es sogar sein, dass Bran sich als Night King seiner Bestimmung bewusst geworden ist: Er kann als gemeinsamer Feind den im Krieg und um Machtansprüche zerstrittenen Kontinent befrieden.

Wer genau hinsieht, findet in der Serie noch mehr kleine Hinweise darauf, dass diese Theorie tatsächlich stimmen könnte. Aber mehr werden wir wohl erst in der achten und letzten Staffel erfahren.

„Bran” selbst ist von der Theorie, dass er der Night King sein soll, übrigens nicht überzeugt. In einem Interview mit dem Magazin „Vulture” sagt Bran-Darsteller Isaac Hempstead-Wright: "Perhaps we can think of it as these are two characters with a huge amount of power, but one is a Frankenstein’s monster who is driven by nothing but hatred and violence. Then there’s Bran, who uses his powers for good. I want to find out why the Night King is so obsessed with destroying mankind” (Man kann sie als zwei Charaktere mit großen Kräften sehen, aber einer ist Frankensteins Monster der von nichts als Hass und Gewalt angetrieben wird. Und es gibt Bran, der seine Kräfte für das Gute verwendet. Ich möchte herausfinden, warum der Night King so besessen davon ist, die Menschheit auszulöschen.“).

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Serien

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum