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"Frankfurter Allgemeine Zeitung" FAZ streicht bis zu 200 Stellen

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" setzt den Rotstift an: Im Verlag sollen in den kommenden zwei bis drei Jahren 160 Stellen abgebaut werden, in der Redaktion werden voraussichtlich bis zu 40 weitere Stellen wegfallen.

Die Krise der Qualitätszeitungen hat auch die FAZ erreicht. Foto: REUTERS

Nun also auch die FAZ, das konservative Renommierblatt der Republik. Gestern Mittag verkündete Sprecherin Franziska Kipper, was das „Handelsblatt“ zuvor schon gemeldet hatte: Bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ soll es einen massiven Stellenabbau geben. Bis 2017 sollen von den derzeit 900 Stellen im gesamten Unternehmen 200 wegfallen. Dabei schließt Geschäftsführer Thomas Lindner auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.

Ein Fünftel der 200 Stellen soll in der Redaktion gestrichen werden, die FAZ samt Sonntagszeitung und faz.net verfügt augenblicklich noch über fast 400 festangestellte Redakteure. Doch soll es in dieser Abteilung ohne Entlassungen abgehen, hieß es gestern.
Die Geschäftsführung will dort stattdessen über „natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und sozialverträgliche Regelungen“ ihr Sparziel erreichen. In den nächsten vier Wochen sollen dazu Gespräche geführt werden, hieß es gestern aus dem Hause. Ob es auch zu Abfindungen kommen werde, stehe noch nicht fest.

Verluste in Millionenhöhe

Die Krise der Tageszeitungen geht auch am konservativen Blatt nicht vorüber. Die FAZ hat in den beiden zurückliegenden Jahren Verluste in Millionenhöhe verbuchen müssen, 2012 waren es nach Angaben von FAZ-Sprecherin Franziska Kipper 4,3 Millionen und 2013 sogar 8,2 Millionen Euro. Als Gründe dafür gelten ein starker Rückgang im Stellenmarkt, traditionell die Domäne der FAZ, und das Sinken der Auflage auf knapp über 300 000 Exemplare – ein Schicksal, das die meisten Tageszeitungen ereilt, auch der Marktführer, die „Süddeutsche Zeitung“, liefert inzwischen weniger als 400 000 Zeitungen aus.

Lindner, vom „Stern“ gekommen und seit Anfang des Jahres bei der FAZ als Nachfolger Tobias Trevisans in der Verantwortung, hatte schon im Mai im Branchenblatt „Horizont“ formuliert, man verliere im „operativen Geschäft bereits seit einigen Jahren Geld“. Das sei „kein Zustand, den wir akzeptieren können“.

Er kündigte seinerzeit an, der „effizienteste Verlag“ werden zu wollen. Schon zuvor hatte er der Zeitung eine Schrumpfkur verordnet und weniger Seiten drucken lassen. Nun leitete er die Mitteilung über den Stellenabbau mit dem Hinweis ein, man habe die „Analyse sämtlicher Verlagsstrukturen und Prozesse“ abgeschlossen.

Das Ergebnis verkündete er gestern Vormittag bei einer Versammlung der Belegschaft: Bis 2017 will das Haus pro Jahr mehr als 20 Millionen Euro sparen. Damit möchte der Geschäftsführer nicht nur eine „nachhaltig stabile Wirtschaftlichkeit“ erreichen, sondern sogar „Bewegungsspielraum zur Entwicklung neuer Produkte“ schaffen. Und selbstredend wendet er die Tatsache der harten Einschnitte beim Personal ins Positive: So festige man nun „das solide Fundament“ für den Journalismus der FAZ.

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