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Erdogan in Berlin Türkei fordert Auslieferung von Can Dündar

1. UpdateKurz nach dem Empfang des türkischen Präsidenten Erdogan in Berlin wird bekannt, dass Ankara die Auslieferung von 69 Journalisten fordert - unter ihnen auch Can Dündar.

28.09.2018 12:12
Can Dündar
Im Juli 2016 ging Can Dündar ins Exil nach Deutschland. Foto: dpa

Der in der Türkei wegen Spionage und Verrats verurteilte Journalist Can Dündar verzichtet auf eine Teilnahme an der Pressekonferenz von Kanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. „Ich habe entschieden nicht daran teilzunehmen“, sagte Dündar, der seit zwei Jahren in deutschem Exil lebt, am Freitag auf seinem eigenen Medienportal.

Zuvor hatte die Türkei gedroht, die Pressekonferenz abzusagen, falls Dündar teilnehme. Dündar erklärte, er wolle nicht zulassen, dass die Pressekonferenz wegen seiner Person abgesagt und kritische Fragen anderen Journalisten nicht möglich sind.

Die türkische Delegation um Erdogan hatte gedroht die gemeinsame Pressekonferenz mit Merkel platzen lassen, sollte Dündar dort auftauchen. Das wurde der dpa aus dem Umfeld des türkischen Präsidenten bestätigt. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über die Drohung berichtet. Der ehemalige Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“, hatte in einem dpa-Interview angekündigt, Erdogan Fragen zu inhaftierten türkischen Journalisten zu stellen.

„Terrorliste“ mit 69 Namen

Die Entscheidung für eine mögliche Absage der Pressekonferenz sei in einem Treffen mit mindestens zwei hochrangigen Delegationsmitgliedern nach einer Zusammenkunft mit weiteren türkischen Ministern in Berlin am Donnerstag gefallen. „Die türkische Seite hat ein Auslieferungsersuchen für Dündar laufen - da käme also jemand zur Pressekonferenz mit dem Präsidenten, der in der Türkei als Straftäter gesucht wird“, hieß es aus dem Umfeld des Präsidenten. Das wäre eine starke Konfrontation.

Die türkische Regierung hat bereits vor dem Besuch Erdogans in Deutschland Medienberichten zufolge eine Auslieferung Dündars gefordert. Dazu sei eine „Terrorliste“ mit 69 Namen übergeben worden, berichtete die regierungsnahe Zeitung „Yeni Asir“ am Freitag.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Türkei

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