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Bettina Wulff gegen Google Die Mühen der Wulffs

Die frühere First Lady erringt einen kleinen Erfolg über Google – und ihr Mann sucht weiterhin nach einem geeigneten Platz in der politischen Gesellschaft.

Bettina Wulff liegt im Clinch mit Google. Foto: dpa/Lilli Strauss

Wer in die Suchleiste von Google die Buchstaben Bet eingibt, ist schon am Ziel: Bettina Wulff, schlägt die Suchmaschine an erster Stelle vor, um dem Surfer weiteres Tippen zu ersparen. Bettina Wulff, ganz neutral. Erst an sechster Stelle folgt dann ein Eintrag, der die einstige First Lady in Verbindung mit dem Rotlichtmilieu bringt. Das ist schon ein Erfolg für sie, vor wenigen Monaten noch war es gleich der erste Eintrag.

Das ist allerdings wahrscheinlich eher die Folge nachlassenden Interesses an dem Fall als ein Erfolg ihrer Klage gegen Google. Die Anwälte Wulffs fordern, insgesamt rund 3000 Einträge aus dem Suchindex löschen zu lassen, die sie als verleumderisch empfindet. Nur in acht Fällen ist Google dem bisher gefolgt. Gelöscht werde nur, wenn es um rechtswidrige Inhalte gehe, sagte ein Unternehmenssprecher am Wochenende.

Dem mühsamen Vorankommen Bettina Wulffs auf dem Weg zur Rückeroberung ihrer Würde in der digitalen Welt entspricht die schwierige Suche von Christian Wulff nach einem neuen Platz in der politischen Gesellschaft. Noch immer schwebt das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft und verhindert jeden ernsthaften Anbahnungsversuch für eine irgendwie geartete Tätigkeit in einer Stiftung oder auch nur die Rückkehr in seinen Beruf als Rechtsanwalt.

Wulffs Ehrensold steht auf der Kippe

Die für den Frühherbst angekündigte Entscheidung, ob sie Anklage wegen Vorteilsannahme im Amt erheben, haben die Staatsanwälte noch nicht getroffen, einige Ermittlungen immerhin eingestellt. Jetzt geht es noch um die Frage, ob der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff sich von einem vom Land geförderten Filmunternehmer zu einem Urlaub hat einladen lassen. Nun wird spekuliert, ob die Entscheidung noch vor der niedersächsischen Landtagswahl im Januar fällt. Und wie unabhängig die Staatsanwaltschaft in diesem politisch so brisanten Fall überhaupt agieren kann.

Nach dem missglückten Versuch Bettina Wulffs, durch Interviews und ihr Buch die Hegemonie über ihr öffentliches Bild zurückzuerlangen, schweigt das Paar in der Öffentlichkeit. Der ehemalige Präsident wird häufiger in seinem Büro in einem Bundestagsgebäude Unter den Linden gesehen, den Kontakt mit ihm meiden aber auch einstige Parteifreunde von der CDU. Hinter den Kulissen wird darüber verhandelt, ob Wulff auch künftig das volle Ruhegeld von gut 200?000 Euro im Jahr plus Büro und Personal bekommen soll, obwohl er nicht einmal eine halbe Amtszeit absolviert hat. Erste Hinweise wird er am Donnerstag erhalten: Dann berät der Haushaltsausschuss über ihn.

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