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AfD-Podiumsdiskussion Chefredakteure reden mit Rechten

Eine AfD-Podiumsdiskussion mit Spitzen von ARD und ZDF wird zum Propaganda-Erfolg für die Partei.

Die Diskussion über „Medien und Meinung“ hatte noch gar nicht begonnen, da stand die AfD schon als Sieger fest. Der Kreisverband Dresden hatte die Chefredakteure von ARD-aktuell, Kai Gniffke, und ZDF, Peter Frey, zu einer Podiumsdebatte eingeladen. In einem Saal der Messe Dresden saßen sie vor großen AfD-Bannern mit dem Slogan „Mut zur Wahrheit“. 70 Journalisten waren angemeldet und mehrere Hundert AfD-Mitglieder und Sympathisanten.

Gniffke und Frey saßen auf dem Podium mit dem AfD-Politiker und Journalist Nicolaus Fest und dem früheren „Focus“-Redakteur Michael Klonovsky, jetzt Redenschreiber von AfD-Chef Alexander Gauland. Moderiert wurde der Abend von Andreas Lombard, Chefredakteur des rechtskonservativen „Cato“-Magazins, und dem Medienunternehmer und CDU-Mitglied Klaus Kelle.

Dass sie zu einem Auswärtsspiel angereist sind, ist Gniffke und Frey natürlich bewusst. „Hier haben wir die kulturelle Hegemonie“, sagt der Dresdner AfD-Mann Maximilian Krah stolz über seine Stadt. Beide, der ARD-Mann ebenso wie der ZDF-Vertreter, sind im Verteidigungsmodus gekommen. Können sie durchdringen, zumindest einen Auswärtspunkt mitnehmen? Frey sagt, er wolle sich gerne Kritik anhören, unter einer Bedingung allerdings: Dass man sich auf den Grundsatz einigen könne, „dass eine freie und kritische Presse notwendig ist“. Da gibt es Applaus, allerdings nur sehr vereinzelt. „Es ist ein journalistischer Grundsatz, dass man beide Seiten hört“, sagt Gniffke und der gesamte Saal lacht. Es klingt höhnisch. Still sind nur die Pressevertreter, die vorab von Krah als „Gästeblock“ bezeichnet wurden. Als Gniffke kurz danach aber sagt: „Wir dürfen weder positiv noch negativ berichten“, schallt „richtig!“ aus den Kehlen der „Heimfans“.

Doch was sie auch versuchen, weder Frey noch Gniffke schaffen es über die gedachte Mittellinie der Diskussion. Schließlich sind sie nicht nur beim Auswärtsspiel, sondern auch noch in Unterzahl. Immer wieder mischen Lombard oder Kelle, Fest oder Klonovsky Unterstellungen und persönliche Angriffe gegen einzelne ARD- oder ZDF-Moderatoren in ihre Fragen. Sie unterstellen fehlerhaft, dass keine „Tatort“-Ermittlerfigur in einer „normalen“ Beziehung lebe. Gniffke versucht immer wieder, Einverständnis herzustellen. Er räumt ein, dass die Berichterstattung etwa über Pegida nicht immer neutral und fair war und fordert fast flehentlich, Journalisten auf Demonstrationen nicht zu attackieren.

Peter Frey hingegen ha genug von zu viel Annäherung: Er nennt die Stimmung im Saal „bedrückend“ und lässt sich zu dem Satz hinreißen: „Sie haben die freie Hand, abzuschalten.“ „Aber wir zahlen!“ schallt es aus dem Saal. Als Lombard darauf drängt, dass die Chefredakteure definieren, was rechts und rechtsextrem ist, gibt Frey den Ball zurück. Das sei nicht seine Aufgabe, sondern die Aufgabe der AfD. Er verweist auf Chemnitz: „Sie müssen entscheiden, mit wem sie marschieren und mit wem nicht.“ Zum Abschluss sagt Frey: „Ich gehe mit dem Gefühl weg, dass wir Grund haben, nachzudenken.“

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