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Nazi-Eklat in Bayreuth Intendant kritisiert Wagner-Schwestern

Nachdem bekannt wird, dass er ein Hakenkreuz-Tattoo auf der Brust trägt, muss Evgeny Nikitin die Hauptrolle im "Fliegenden Holländer" der Bayreuther Festspiele abgeben - offenbar auf Druck der Festspielleitung. Der Münchner Intendant Bachler kritisiert die Reaktion der Wagner-Schwestern als verlogen.

23.07.2012 13:29
Der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, kennt Evgeny Nikitin aus der gemeinsamen Zeit in München. Foto: dapd

Nach dem Rückzug des russischen Sängers Evgeny Nikitin bei den Bayreuther Festspielen wegen Nazi-Tattoos hat der Münchner Staatsopernintendant Nikolaus Bachler den Wagner-Schwestern Verlogenheit vorgeworfen. „Ich sehe in der Causa Nikitin zunächst mehr ein Problem Bayreuths und der Wagner-Familie als eines des Sängers“, sagte Bachler am Montag. „Dass die Torheit eines 16-jährigen Rocksängers, der diese längst bereut und versucht hat, ungeschehen zu machen, ausgerechnet nun von der Wagner-Familie geahndet wird, finde ich verlogen.“

Der 38-jährige Nikitin hatte am Samstag - vier Tage vor der Eröffnungspremiere - auf Druck der Festspielleitung die Titelrolle in der Oper „Der Fliegende Holländer“ zurückgegeben. Zuvor war bekanntgeworden, dass er sich in seiner Jugend Tätowierungen mit nationalsozialistischen Zeichen auf den Oberkörper stechen ließ.

Bachler warf Katharina Wagner und deren Halbschwester Eva Wagner-Pasquier vor, sie zeigten mit dem Finger auf jemanden anderen, „weil man mit der eigenen Geschichte ein Problem hat“. Nikitin habe den Vorfall nicht nur bedauert, sondern auch Reue gezeigt. „Eine Reue, die ich von der Familie Wagner in den letzten 50 Jahren nie vernommen habe“, sagte Bachler. „Das Ganze ist eine zutiefst unschöne Geschichte und zeigt, wie die Vergangenheit immer noch gegenwärtig ist.“

Bachler, an dessen Münchner Staatsoper der Bassbariton Nikitin bereits auftrat, spielte damit auf den schwierigen Umgang der Familie Wagner mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Bayreuther Festspiele an. (dpa)

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