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Star Wars in Concert Winnetou im Weltraum

Grandiose Orchestermusik zum legendären Film: Die Europa-Premiere von „Star Wars in Concert“ in der Frankfurter Alten Oper.

Ja, ist denn schon Fastnacht? Manche erscheinen kostümiert in der Alten Oper, einige bewaffnet – mit Laserschwertern. Aber dies ist selbstverständlich kein Maskenball, dies ist Filmgeschichte, Kult und Legende. Gegeben wird der Urahn aller „Star Wars“-Filme aus dem Jahr 1977, auf Deutsch ursprünglich „Krieg der Sterne“, und zwar begleitet vom City of Prague Philharmonic Orchestra. Es ist die Europa-Premiere. Ein packendes Erlebnis, besonders für Menschen, die sich ja überhaupt keinen Begriff davon machen, wie viel Filmmusik in so einem historischen Blockbuster steckt.

Es dauert eingangs nur Sekunden, bis Dirigent Christian Schumann und das Orchester den Saal für sich gewonnen und vergnügt gestimmt haben: Sie spielen einfach den berühmten Vorspann der Universal-Filmstudios mit. Szenenapplaus.

Gleich anschließend erlebt das Publikum minutenlange Kampfszenen im All, erheblich dramatisiert durch die intensive Musikbegleitung, und wer sich bis dahin kurz darüber wunderte, dass die Leute auf der riesigen Leinwand deutsch sprechen und zusätzlich deutsch untertitelt sind, der versteht alsbald: Im Wettbewerb um die Lautstärkehoheit wird heute Abend die echte, handgemachte Musik jederzeit gegen das Filmgeräusch obsiegen, sobald sie aus sich heraus geht. Und das tut sie mit wachsender Begeisterung. Vom gesprochenen Wort versteht man zeitweilig nichts, aber man kann mitlesen. Das ist gut gelöst zum Vorteil der Musik, und um die geht es schließlich.

Der Amerikaner John Williams, inzwischen 85, hat den Soundtrack seinerzeit komponiert und damit alles abgeräumt, was an einschlägigen Trophäen hergestellt wird. Die Filmhandlung dazu ist aus heutiger Sicht, was soll man drum herumreden: Winnetou im Weltraum. Es gibt den zunächst wenig heldenhaften Helden Luke Skywalker, die schöne Prinzessin Leia und drumherum jede Menge Lebewesen und Roboter, die permanent zu Lachanfällen reizen mit ihren Frisuren und Rüstungen.

Ausgenommen natürlich Peter Cushing als Großmoff Tarkin und Alec Guinness als Obi-Wan Kenobi. Letzterer ist zuständig fürs Denkwürdige: „Die Macht kann großen Einfluss haben auf die geistig Schwachen.“ Was 1977 stimmte, muss 2018 nicht falsch sein. Und wie jung Harrison Ford damals war! Er hilft mit, den Todesstern zu zerstören, aber wie wir heute wissen, ist das längst nicht das Ende der Geschichte, noch nicht mal ihr Anfang. „Krieg der Sterne“ wurde später umgetitelt in „Episode IV: Eine neue Hoffnung“.

Zurück zur Musik. Der Sound in der Multikulti-Bar auf dem Planeten Tatooine kommt aus dem Film, ebenso das Gebrumm der Laserschwerter. Alles andere spielt das Orchester mit Wucht und Feinsinn. So passgenau – oft vergisst man glatt, dass da leibhaftige Musiker sitzen, darunter manche, die noch nicht geboren waren, als Darth Vader zum ersten Mal sagte: „Ich habe Euch erwartet, Obi-Wan.“ Die Hörner unheilverkündend, die Streicher beschwingt im wiederkehrenden Titelthema, alles kompositorisch bärenstark. Auch der Rhythmus, der, unter uns gesagt, mitunter ein wenig an das „Dallas“-Thema erinnert. Der Sound jener Zeit.

Es ist ein hartes Stück Arbeit für das Prager Orchester, ein wahrer Marathon für den hüpfenden, rockenden Dirigenten. Und es ist ein Triumph, wie sie das bewältigen, unglaublich synchron zur Filmhandlung, etwa im Abspann – der Schlussakkord exakt auf das riesige „Star Wars“-Logo. Stehend dargebotene Ovationen. Zugabe.

Es bleibt allerdings festzuhalten: Nicht möglich, wie schlecht die Bösen damals geschossen haben. Mal sehen, ob sie im zweiten Teil besser zielen. „Das Imperium schlägt zurück“ (also „Episode V“) soll nächstes Jahr in die Konzerthallen kommen.

Alte Oper Frankfurt: Noch mal am 9. Februar. Ab März auf Tournee.

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