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Rheingau Musik Festival Aus mehr als zwei Welten

Awa Ly und Ruthie Foster bei der „Ladies’ Night“ auf der Seebühne von Schloss Vollrads.

RMF 2018
Awa Ly & Band beim Rheingau Musik Festival. Foto: Ansgar Klostermann/RMF

Wieder sind zwei große Stimmen eingeladen zur „Ladies’ Night“ des Rheingau Musik Festivals auf der Seebühne von Schloss Vollrads: die aus dem Senegal stammende und heute in Italien lebende Sängerin und Schauspielerin Awa Ly sowie die in Texas geborene und im Blues beheimatete Ruthie Foster. Charismatische Musikerinnen alle beide, wenn auch zu Hause in sehr unterschiedlichen Welten.

Mit dem Privileg eines französischen Passes reist die eine durch Europa, pendelt zwischen Rom, Paris und London. Dank eines Papiers, das sie dem Zufall ihrer Geburt in Paris zu verdanken hat, wie sie erzählt, ihre Eltern sind aus dem Senegal. Ohne das magische Kärtchen mit dem französischen Stempel wäre ihr Leben ein anderes. Ein emphatisches Lied widmet sie der verzweifelten Situation der Wanderer zwischen den Welten, auf der Reise zwischen Westafrika und Lampedusa.

Ihre sonst so leichtfüßigen Lieder – gesungen auf Englisch, Französisch und Italienisch – schweben sensibel zwischen Folk, Soul und Reggae, begleitet nur von Kontrabass, kleinem Drum-Set und Gitarre. Schade, dass das Publikum noch ein bisschen unruhig ist.

Auch Ruthie Foster hat eine kleine Band mit in den Rheingau gebracht. Bass und Schlagzeug geben ihren Songs Statur, sie selbst spielt auf der halbakustischen Gitarre. „Some blues, some folk, some soul, some gospel, and a little bit Ruthie Foster“, so kündigt sie an – tatsächlich aber kreist ihre Musik um den Blues, wie er in den Südstaaten der USA zu Hause ist. Ihre Vorbilder hat sie schon früh in der Plattensammlung ihrer Eltern entdeckt: Gospel und Soul von Rosetta Tharpe und den Staple Singers, Blues-Barden wie Mississippi John Hurt und Lightnin’ Hopkins. Ein Repertoire aus nicht eben fröhlichen Songs, das perfekt passt zu ihrer kräftigen, rauen Stimme. Ausgestattet ist sie mit einem nicht minder kräftigen Selbst: „The Truth According to Ruthie Foster“ und „The Phenomenal Ruthie Foster“ heißen zwei ihrer Alben.

Schon mit dem ersten Song, „Up Above My Head“ von „Sister“ Rosetta Tharpe, hat sie ihr Publikum. „Singing the Blues“ folgt aus eigener Feder, eine treffliche Vorstellung der so bodenständigen Künstlerin, die ihren Lebensmittelpunkt heute in Austin hat. Eine soulige Stimme zeichnet die Sängerin aus der texanischen Musikstadt aus, leicht und lässig ihr Spiel auf der Gitarre, sachte nur der Beitrag ihrer beiden Begleiter.

Schnell verwandelt sich die Szenerie im Schlosspark, die sanft rockenden Klänge lassen das Publikum nicht auf den Stühlen sitzen. Erst zögerlich, dann aber erfolgreich löst sich die starre Sitzordnung auf, es wird rechts und links der Stuhlreihen getanzt und mitgeklatscht.

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