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Ozzy Osbourne Der Unverwüstliche

Ozzy Osbourne wird 70. Dass der Rocker vor allem ein bedeutender Musiker ist, tritt hinter all den makaber-vergnüglichen Anekdoten vom überlebensgroßen Rockstar-Dasein schnell in den Hintergrund.

Ozzy Osbourne
Ozzy Osbourne 2011 in Wacken. Foto: dpa

Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass Ozzy Osbourne dem Tod nur ganz knapp entronnen ist. Dieses Mal hätte eine Maniküre den Musiker fast das Leben gekostet, offenbar war es bei der Behandlung zu einer Infektion gekommen, die zuerst Osbournes Hand und dann den restlichen Körper angegriffen hatte.

Osbourne überlebte, wie üblich. Weder jahrzehntelanger Drogen- und Alkoholkonsum, ein an der Gesundheit zehrendes Showleben, noch Bühnen- und Motorradunfälle konnten dem Fürsten der Finsternis etwas anhaben – an diesem Montag wird Ozzy Osbourne 70 Jahre alt. Abgesehen von einer erblichen Nervenkrankheit, die fälschlicherweise als Parkinson diagnostiziert wurde, scheint der Sänger mit der ungewöhnlich hohen Stimme unverwüstlich zu sein. 

Ein Genre begründet

Dass Osbourne vor allem ein bedeutender Musiker ist, tritt hinter all den makaber-vergnüglichen Anekdoten vom überlebensgroßen Rockstar-Dasein schnell in den Hintergrund: Er biss auf der Bühne einer Fledermaus den Kopf ab, weil er sie für eine Attrappe hielt und musste familiäre Festivitäten schon mal im Gefängnis ausklingen lassen. Dabei hat die Band aus Birmingham quasi im Alleingang ein ganzes Genre begründet. Ohne den düsteren und aggressiven Hardrock von Black Sabbath würde es den Heavy Metal in dieser Form kaum geben. Auch nicht, was das Image vieler Bands, bestehend aus satanischen Symbolen und Ledermontur, anbelangt. Ozzy Osbourne hat das alles vorgemacht. 

Mehr als 100 Millionen Platten haben Black Sabbath bis heute verkauft. Der Bandname sollte ein morbider Witz ein, doch die Plattenfirma war begeistert und fügte einst noch ein paar umgedrehte Kreuze zum Image der jungen Band hinzu. 

Osbourne war angeblich schockiert von dem aufgezwungenen Image, versäumte aber ab Ende der Sechziger sicherlich keine Gelegenheit mehr, dem Ruf eines fledermausverspeisenden Höllenfürsten mit großem Eifer gerecht zu werden. 

Ozzy Osbourne zu sein ist kein Zuckerschlecken

Es folgte ein Jahrzehnt, wie es exemplarisch war für die großen Rockbands der Siebziger: Unablässige Tourneen und unablässige Drogenexzesse, die selbst seinen Bandkumpanen Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward Ende des Jahrzehnts zu viel wurden. Osbourne musste Black Sabbath verlassen, und dass danach nicht der komplette Absturz folgte, verdankt der Musiker aus Birmingham, wo er vor seinem Wechsel in die Welt der Musik eine wenig vielversprechende Karriere als Kleinkrimineller anstrebte, der Tochter des Black-Sabbath-Managers Don Arden.

Die resolute Londonerin Sharon Rachel Levy nahm Osbourne und seine Karriere unter ihre Fittiche. Die Frau, die als einer der härtesten Brocken im Showgeschäft gilt, verhalf dem desolaten Rocker erst als Managerin, dann als Ehefrau zu anhaltendem Ruhm. Und zu einer etwas gesünderen Lebensweise, von regelmäßigen Krisen abgesehen. 

Dass dem Sänger wohl auch sein trockener Humor durchs Leben geholfen hat, bewies er in der Doku-Soap „The Osbournes“. Auf seine Exzesse, Gewalt in der Jugend und seine turbulente Ehe angesprochen, erwiderte er sinngemäß, das wäre alles recht schlimm, Ozzy Osbourne zu sein wäre kein Zuckerschlecken. Aber es hätte schlimmer kommen können: Er könnte Sting sein. 

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