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Musik Alte Zeiten, neue Lieder

Einige frische CDs und solche, die wir schon lange nicht mehr gehört haben, von drei Kontinenten.

„Garbage“
Ein Wiederhören mit Garbage-Sängerin Shirley Manson und dem 1998er Album „Version 2.0“. Foto: rtr

Familienmann. Jonathan Jeremiah wuchs in einer riesigen Familie auf, in der jeder singt, die 15 Geschwister seiner Mutter, die eigenen fünf Brüder und Schwestern – was bleibt einem übrig, er sang also mit. Ein Glück, denn das haben wir jetzt davon: sein inzwischen viertes Studioalbum. Es transportiert nicht nur das Lagerfeuer-Feeling, das man seit 2011 von seinen Mann-und-Gitarre-Songs kennt. Auf dem neuen Werk „Good Day“ gibt sich der 38-jährige Brite rhythmisch, gleich zu Beginn pluckert ein Bassriff unmissverständlich: Tanz mich! Der bärtige Mann hat schöne Melodien und jede Menge Soul in der Stimme. Am Erscheinungstag des Albums, am heutigen Freitag, tritt er im Frankfurter Nachtleben auf.

Gute-Laune-Band. Lustig: Als sich diese Combo in den frühen 90er Jahren gründete, soll sie von Kollegen wie Twisted Sister und Iron Maiden beeinflusst worden sein – ein Heavy-Metal-Start-up. Das kann man sich heute beim besten Willen nicht mehr vorstellen. Heute ist Ash praktisch die britische Version der amerikanischen Kollegen von Weezer: jagender High-School-Rock vom Feinsten. Alles, was Weezer leider auf den neueren Alben nicht mehr macht, bewahren diese Nordiren für uns. Übertrieben dramatische Melodien, mehrstimmiger Gesang, kratzige Gitarren. Vielen Dank.

Ash: Islands (Pias UK/Infectious)

Liebesliedprofis. Elf Jahre ist das schon wieder her, dass die Plain White T’s praktisch die ganze Welt verzückten mit ihrem Lied „Hey There Delilah“, einem Schmachtsong ohnegleichen, sie in New York City, er in Chicago, kein Geld, aber der Traum von einer schönen gemeinsamen Zukunft. Im Jahr darauf noch mal ein Liebes-Hit mit „1,2,3,4 – I love you“. Danach kam kein richtiger Charts-Schmelzer mehr heraus, und auch das neue Album hat auf Anhieb nichts ähnlich Hitparadenverdächtiges zu bieten, aber jede Menge Melodien fürs Herz.

Wiederhören I. Doppeltes Platin holte sich die US-Band Garbage für ihr schreiend orangefarbenes Album „Version 2.0“ anno 1998 in Großbritannien, auch in Deutschland schoss die Platte auf Platz 4. Laszive Sängerin, fetzige Gitarre, knalliges Schlagzeug: Die Mischung stimmte. Und das tut sie auch 20 Jahre später noch, dachten sich Band und Management – und veröffentlichten das Ganze einfach noch einmal, natürlich überarbeitet und in der Luxusversion mit einigen Gimmicks versehen. Besonders schön: die zusätzliche CD mit gesammelten B-Seiten.

Wiederhören II. Was war das denn, bitte? Als die spätjugendlichen Musikfreunde noch Videoclips im Fernsehen betrachteten, was lief denn da plötzlich? Ein distinguierter Gastgeber in Schwarzweiß, eine markige Ansage und dann: die göttliche Shirley Bassey, die mit ein paar T-Shirt-Typen und einem Blasorchester sang: „History Repeating“. Umwerfend. Und der smarte Moderator hernach: „Well, what can I say? It’s different.“ Der Durchbruch der Propellerheads. Wenn Shirley Bassey gerade nicht in der Nähe war, machten sie Technomusik mit Schmackes zum Tanzen. Sein einziges Studioalbum hat das britische Duo jetzt, ebenfalls 20 Jahre später, neu aufgelegt, samt Bonus-Tracks.

Mogelfanfare. Um am Ende noch mal einen anderen Kontinent ins Spiel zu bringen: Die DMA’s kommen aus Australien, und ihr Bandname ist die Abkürzung ehemaliger Bandnamen. Er steht zugleich für: Doesn’t Mean Anything; Drum Machine Anthems; Do More Acid (bedeutet nix; Trommelmaschinenhymnen; nehmt mehr Drogen). Bekannt sind sie als angeblich britischste Band Australiens mit viel Oasis-Nähe. Ihr neues Album beginnt daher überraschend mit einem fanfarenhaften, hymnischen, stadionrockigen Titelsong – aber danach geht’s durchaus schrammelgitarrig weiter, mit zartem melodischen Gesang.

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