Lade Inhalte...

Mission Rückkehr

David Hasselhoff ist auf Comeback-Tour und das auch in Frankfurt wieder mit Elan

13.02.2011 20:33
Boris Halva

Ein junger Mann stürmt ans Pissoir: „So’n Mist, da draußen spielt der Hoff und ich muss aufs Klo.“ Die Augen halb geschlossen, ruft er: „So geil, da draußen spielt der Hoff.“ Ja, da draußen spielt der Hoff, David Hasselhoff. TV-Held der 80er und 90er, erst im Wunderauto K.I.T.T. unterwegs, dann als „Baywatch“-Retter in roter Badehose. Obwohl „The Hoff“ gewissermaßen vor der Kamera lebte, fand er noch Kraft und Zeit, um als Sänger Karriere zu machen. Unvergessen sein Auftritt in der blinkenden Lederjacke am Brandenburger Tor, wo er Silvester 1989 die Mauer mit „I’ve been looking for freedom“ niedersang. „The Hoff“ war ein Großer.

1996 nahm das Ende seinen Anfang: Der Beau ließ sich gehen. Die Entzugsklinik wurde sein Zweitwohnsitz, und als im Internet ein Video (das hatte Tochter Taylor-Ann gedreht) auftauchte, das zeigte, wie er sich im Suff an einem Cheeseburger abmühte, dürfte auch der letzte Fan eingesehen haben, dass es vorbei ist.

Von wegen. „The Hoff is back“ heißt seine Comeback-Tour, auf der ihn seine singenden Töchter Taylor-Ann und Hayley-Amber begleiten dürfen, und die ihn auch nach Deutschland führt. Ja, „The Hoff“ is back – und er lässt es krachen in der Ballsporthalle in Frankfurt-Höchst. „I’ve been looking for freedom“ dröhnt aus den Boxen, und David steigt nicht die Showtreppe hinab, sondern bahnt sich seinen Weg durchs Publikum, das die Halle etwa zur Hälfte füllt. Er ist jetzt 58 Jahre alt, sieht gut aus und ist entschlossen, den Fans etwas zu bieten fürs Geld. Ein paar Songs später hält es keinen mehr auf dem Sitz. Selbst beim Dancefloor-Hit „Hooked on a feeling“, den er selbstironisch als das Lied bezeichnet, das seine Karriere beendet habe, singt das erstaunlich junge Publikum lauthals mit.

Dann flimmert das Wort „Pause“ über die Videoleinwände. Draußen steht das Wunderauto K.I.T.T. im Nieselregen. Pärchen posieren fürs Foto. Überall Hasselhoff-Shirts. Ein fülliger Typ trägt eines mit dem Aufdruck: „What would the Hoff do?“ Gute Frage. Vielleicht eine Schorle holen? Am Getränkestand unterhalten sich zwei Männer. Einer sagt: „Das ist so scheiße, dass es schon wieder gut ist.“ Nein, dazu ist es nicht schlecht genug.

Was Hasselhoff mit einem Dutzend Musikern und einer Handvoll Tänzerinnen und Tänzern auf die Bühne bringt, ist solides Handwerk. Auch Teil zwei des Abends basiert auf dem Dreiklang Kostüme, Tänze, Schlagerpop. Ob „Gipsy Girl“ oder „Country Road“, es wird geschmust, geprügelt und im Badeanzug defiliert, dass es eine Freude sein muss für jeden Show- und Musical-Fan. Es ist ein Abend, um in alte Zeiten abzutauchen und mit Freunden Spaß zu haben. Dafür ist „The Hoff“ angetreten. Und da bleibt nur zu sagen: Mission erfüllt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen