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London George Michael ist tot

Die britische Pop-Ikone George Michael ist tot. Der Star verstarb in der Nähe von London 53-jährig an Herzversagen. Große Erfolge feierte er mit "Wham!" und als Solo-Künstler.

26.12.2016 09:32
George Michael. Foto: rtr

Er war eine der größten Pop-Ikonen der 80er Jahre und landete mit "Last Christmas" einen Welthit: Der britische Sänger George Michael ist im Alter von 53 Jahren gestorben. Er sei an Weihnachten "friedlich bei sich zu Hause entschlafen", erklärte sein Agent am Sonntag. Bekannt wurde Michael mit dem Pop-Duo Wham!, später startete er eine erfolgreiche Solokarriere. Sein plötzlicher Tod löste große Bestürzung in der Musikwelt aus.

Wie der britische Rundfunksender BBC unter Berufung auf die Polizei berichtete, wurde am Sonntagnachmittag ein Krankenwagen nach Goring in der südenglischen Grafschaft Oxfordshire gerufen, wo Michael lebte. Die Polizei schloss "verdächtige Umstände" seines Todes aus. Das Magazin "Billboard" berichtete unter Berufung auf Michaels Manager Michael Lippman, dass der Sänger an Herzversagen gestorben sei.

Zuletzt arbeitete Michael gemeinsam mit dem britischen Produzenten Naughty Boy an einem neuen Album. Sein Tod sorgte bei Kollegen und Freunden für große Trauer: "Ich bin tief schockiert", schrieb Sänger Elton John im Onlinedienst Instagram neben einem Foto, das ihn zusammen mit Michael zeigt. Er trauere um einen "geliebten Freund" und "brillanten Künstler".

"2016 - Verlust einer weiteren talentierten Seele"

Michaels früherer Bandkollege Ridgeley erklärte, er sei "untröstlich". Der kanadische Sänger Bryan Adams twitterte: "Ich kann es nicht fassen. So ein unglaublicher Sänger und liebenswerter Mensch, er verlässt uns viel zu früh." Auch US-Sängerin Madonna äußerte sich erschüttert: "Leb wohl, mein Freund! Ein weiterer großartiger Künstler verlässt uns."

"2016 - Verlust einer weiteren talentierten Seele", erklärte auch die Band Duran Duran auf Twitter. Der frühere BBC-Discjockey Tony Blackburn sagte, Michaels früher Tod sei kaum zu glauben: "Dieses furchtbare Jahr dauert weiter an."

Michael, der mit wahren Namen Georgios Kyriacos Panagiotou hieß, kam im Juni 1963 als Sohn einer Britin und eines griechisch-zypriotischen Vaters in London zur Welt. Erste Erfolge feierte er mit dem Duo Wham!, das er gemeinsam mit seinem Schulfreund Andrew Ridgeley gegründet hatte. Zu ihren Hits zählen "Last Christmas" sowie "Wake Me Up Before You Go-Go". 1985 durfte Wham! als erste westliche Band ein Konzert in China geben.

1987 startete Michael eine Solokarriere und landete gleich mit seinem ersten Album "Faith" einen Hit. Die gleichnamige Single verkaufte sich millionenfach. Es brauchte drei Jahre, bis er mit "Listen Without Prejudice Vol. 1" sein nächstes Album produzierte. Insgesamt verkaufte der Popstar im Laufe seiner Karriere mehr als hundert Millionen Alben.

Persönliche Schicksalsschläge warfen George Michael in den 90er Jahren aus der Bahn: 1993 starb sein Lebenspartner Anselmo Feleppa, 1997 seine Mutter. Ein Jahr später machte er nach Problemen mit der Polizei seine Homosexualität auch öffentlich bekannt. Später sagte der Star, er wollte sich nicht outen, solange seine Mutter noch lebte.

In der Zeit begannen auch seine Drogenprobleme, 2010 wurde er sogar zu acht Wochen Haft verurteilt, weil er unter Drogen- und Medikamenteneinfluss seinen Wagen in ein Londoner Geschäft gerammt hatte.

Ein Jahr später wurde Michael wegen einer Lungenentzündung wochenlang in einem Krankenhaus in Wien behandelt. Später sagte er, er habe damals nur knapp überlebt. Seine Erfahrungen im Krankenhaus verarbeitete er in dem Lied "White Light", mit dem er auch bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele 2012 in London auftrat. 2013 löste ein schwerer Sturz aus seinem von einem Chauffeur gesteuerten Range Rover erneut Besorgnis aus.

In Interviews äußerte sich Michael offen über seine Probleme. Einmal sagte er dem "Guardian", die Leute sähen ihn wegen seiner sexuellen Vorlieben und seiner Drogenprobleme gerne als "tragisch" an; er glaube, seine Schwächen sorgten dafür, dass sie weniger neidisch auf ihn seien. "Ich selbst betrachte sie nicht mehr als Schwächen - das ist einfach, wie ich bin", fügte er hinzu. (afp)

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