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Konzert in Frankfurt Kylie Minogue mit pauschalem Wumms

Kylie Minogue liefert eine perfekte Show mit polierter Musik in Frankfurt ab.

Kylie Minogue
Kylie Minogue als Motorradbraut. Foto: Picture Alliance/Thomas Zeidler

Ende des Jahres 2001 war Klaus Walter, damals Moderator der brillanten, ein paar Jahre später vom Hessischen Rundfunk versenkten Indie-Trüffelsucher-Radiosendung „Der Ball ist rund“, schwer vergrätzt. Seine Hörer hatten den Hitlistenknaller „Can’t Get You Out of My Head“ von Kylie Minogue in die Jahresfavoritenliste gewählt. Mainstreampop im Indie-Biotop – wie konnte das geschehen? Die Antwort ist simpel: Es war einfach eine klasse Nummer. Mit „Fever“, dem houseaffinen dazugehörigen Album, konnten sich plötzlich alle auf sie einigen. Bekannt geworden war die Australierin – nach einer Vergangenheit als Kinderstar in einer Soap – mit Teenie-Bubblegumpop aus der Werkstatt des englischen Teams Stock-Aitken-Waterman. Nun glückte ihr eine erfolgreiche Übernahme des von Madonna geprägten Modells: Die Neuerfindung mithilfe hipper Produzenten.

17 Jahre später ist Kylie Minogue gerade wieder unterwegs. Eine Hallendimension kleiner inzwischen, in Frankfurt einst Festhalle, jetzt Jahrhunderthalle, annähernd ausverkauft. Auf ihrem neuen Album „Golden“, das auch der Konzertreise den Namen gibt, präsentiert sich Minogue mit einer Anverwandlung von Country, Schnippsong mit Housewumms – und vor allem viel hymnischer Durchschnittsware, die auch das Bild dieses Abends bestimmt. Ein neuer Wurf vom Schlage von Alben wie „Fever“ oder „Body Language“ (2003) ist ihr nicht gelungen.

Selbstredend ist die Show eins-a-perfekt. Fünfköpfige Band, zwei Choristinnen – und vor allem: acht Tänzerinnen und Tänzer. Die Motive: Cowboys und Cowgirls in ikonischen US-amerikanischen Prärie- und Wüstenlandschaften samt Bars und Limousinen. Später Motorradgang, zwei Maschinen gehören zum Bühnendekor; alles geschieht im Zusammenspiel von filmischen Aufnahmen und Bühne und wirkt wie eine Mischung aus Musical und fortlaufendem Musikvideo.

Gertenschlank und alterslos

Mittendrin die gertenschlanke, wie alterslos fünfzigjährige „Kylie“, die auf den Albumhüllen konsequenterweise den Nachnamen weglässt, als wäre sie ein Jungmädchenstar. Und ihre Songs handeln bis heute vorwiegend trällernaiv von Liebesdingen.

Im Motorrad-Block lässt die Band den Sound der frühen The Cure und, ziemlich originalgetreu, „Being Boiled“ von der 80er-Jahre-Synthiepopband The Human League anklingen. Der Teil mit dem ganz ausdrücklichen Bezug auf die New Yorker Discoszene der 70er um das Studio 54 zum Schluss hin – goldglitzerndes Kleid nun, Glamour zu verbreiten, versteht Minogue nach wie vor – mit Discoblubber und Referenzen an Nile Rodgers und Chic die knackigsten Momente. Ansonsten viel pauschaler hymnischer Wumms. Schaurig. Musikalisch ist Kylie Minogue schon lange nicht mehr gut beraten. Es mangelt an der einstigen Raffinesse der hochglanzpolierten Oberflächen. Da hat eine den Anschluss verpasst. Wenn einen schon im Lauf des Abends der Vergleich zu Helene Fischer ankommt und nicht zu Madonna...

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