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Jazz in Frankfurt Markante Ideen

Das Frankfurter Jazzstipendium 2018 geht an Maximilian Shaikh-Yousef. Er spielt Altsaxophon und Flöte, arrangiert und komponiert.

Frankfurter Jazzstipendium
Der gebürtige Frankfurter Maximilian Shaikh-Yousef erhält das Frankfurter Jazzstipendium. Foto: Markus Hammrich

Das Frankfurter Jazzstipendium, betonte Kulturdezernentin Ina Hartwig in ihrer Laudatio auf den aktuellen Preisträger, sei nicht in erster Linie ein Preis für bereits geleistete künstlerische Arbeit, sondern solle vor allem eine Starthilfe auf dem Wege der Professionalisierung sein. Das Stipendium wird seit 1991 vergeben, und ein Rückblick auf die Preisträger zeigt, dass dieser booster in vielen Fällen gut gezündet hat. Und man kann zuversichtlich annehmen, dass das auch bei dem diesjährigen Preisträger Maximilian Shaikh-Yousef funktionieren wird. Er spielt Altsaxophon und Flöte, arrangiert und komponiert. Die Jury war nicht zuletzt auch von der Originalität seiner kompositorischen Ideen und der hohen Qualität ihrer Ausarbeitung überzeugt.

Shaikh-Yousef wurde in Frankfurt geboren, gerade ein Jahr nach der allerersten Vergabe des damals noch „Arbeitsstipendium Jazz“ genannten Preises. Er hat in Mainz studiert, spielt stilistisch sehr variabel in etlichen Bands, hat einige davon selbst begründet und besitzt schon allerlei internationale Spiel-Erfahrung.

Zum Preisträgerkonzert kam er mit einem Nonett auf die Bühne der Romanfabrik und wies damit eindrucksvoll vor allem auf seine Qualitäten als Bandleader. Das Nonett heißt Shaikh9 und besteht aus Musikern aus dem Rhein-Main- Gebiet und Köln. Es ist gruppiert um den Kern des Shaikh Quartetts, zu dem Lukas Moriz, Klavier, Leopold Ebert, Schlagzeug, und Bastian Weinig, Bass, gehören. Beim Nonett spielen außerdem Victor Fox, Saxophon, die Trompeter Stephan Geiger und Pascal Klewer, der Posaunist Enrique Heil und Lukas Roos an der Gitarre mit. Maximilian Shaikh-Yousef schreibt und arrangiert für das Nonett im Stile eines cool unterfütterten, aufklärten Mainstream-Jazz, der bei ihm nicht nur straight ahead führt. Seine Arbeit lässt eine Fülle intelligenter und markanter Ideen erkennen, und er legt viel Wert auf die Konstruktion von Spannungsbögen, die durch abrupte Wendungen gestützt sind. Als Solist arbeitet er gern an langen, klanglich variablen und intensiv phrasierten melodischen Linien; die Flöte setzt er im Nonett vor allem als differenzierendes klangfarbliches Element ein.

Früher wollten die Preisträger des Frankfurter Jazz-Stipendiums meist mit dem Geld eine Jazz-Bildungsreise nach New York finanzieren; kann sein, dass diese Zeiten vorbei sind. Shaikh-Yousef will mit seinen Bands zwei CDs einspielen und mit dem Material möglichst viele Konzerte und Tourneen anstoßen. Die Preisvergabe-Abende des Frankfurter Jazz-Stipendiums sind stets Doppelkonzerte. Im Vorprogramm war diesmal für einen knapp bemessenen Set das Quintett J’Used um den Schlagzeuger Johannes Lüttgen zu hören, bei dem mit Lukas Moriz derselbe Pianist wie bei Shaikh-Yousef zu hören ist, neben Oliver Naumann, Saxophon, Eduardo Sabella, Bass und der vorzüglichen, zugleich verwickelt und überlegt phrasierenden Trompeterin Heidi Bayer. J’Used beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Jazz-Standards, lehnt die eigenen Stücke an Traditionen und traf damit den Ton des Abend sehr genau.

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