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Iron Maiden in Frankfurt So lange sie nicht sterben

...rocken sie wohl weiter: Iron Maiden streifen in der Frankfurter Festhalle alle Karrierephasen - und gehen ohne abtötende Routinie zurück zu den publikumswirksamsten Krachern aus der Frühzeit. Unser Kritiker Stefan Michalzik war dabei.

29.05.2011 19:29
Stefan Michalzik
Iron Maiden in Frankfurt: Die Heavy-Metal-Band startet in ihre Deutschlandkonzerte zur "Final Frontier Tour". Foto: Alex Kraus

Der eherne ästhetische Konservativismus der altgedienten Metalbands scheint so haltbar zu sein wie die Treue ihrer Anhänger. Ist der Ruf erst einmal mit Großtaten begründet, lässt sich eine Karriere meist schier unendlich fortschreiben. Iron Maiden, bereits Ende des Jahres 1975 von dem Bassisten Steve Harris gegründet, sind seit dem Erscheinen ihres nach dem Bandnamen benannten Debüts 1980 über einige Umbesetzungen hinweg seit 31 Jahren ohne Unterbrechung bei der Stange geblieben. Eine musikalische Entwicklung über die Jahre hinweg ist zwar durchaus zu verzeichnen, radikale Brüche gibt es indes keine. Auf diese Jungs kann man sich verlassen.

Ein ausverkauftes Haus, wie es das Quintett der Anfangfünfziger bei seinem Konzert in der Frankfurter Festhalle vorfand, ist da beinahe schon Ehrensache. Das Konzert markiert den Auftakt der deutschen Termine bei der laufenden Weltournee, sie steht unter dem Signum ihres – im vergangenen Jahr erschienen – 15. Studioalbums ,,The Final Frontier“. Auf der Bühne steht weitgehend die klassische Besetzung, die sich Anfang der achtziger Jahre herauskristallisiert hat, samt den beiden zeitweilig Abtrünnigen, die 1999 nach mehrjährigen, mit glücklosen Soloambitionen verbrachten Absenzen reumütig zurückgekehrt sind, dem Falsettshouter Bruce Dickinson und dem Gitarristen Adrian Smith.

Die stilbildende Band des New Wave of British Metal ist zu einer Zeit auf der Bildfläche erschienen, in der Punk und New Wave den zunächst feindlichen Stiefbruder Metal eher en passant gerade hinweggefegt hatten. Iron Maiden vermochten es, dem siechen Genre mit harmonischen Verfeinerungen, komplexeren rhythmischen Strukturen und zwei Leadgitarren, die sich auf Augenhöhe bewegen, ein neues Leben einzuhauchen.

Ohne Anzeichen einer abtötenden Routiniertheit gehen Iron Maiden in ihrer derzeitigen Show nach einer geläufigen Dramaturgie von einigen Novitäten am Anfang alle Karrierephasen streifend bis zurück zu den publikumswirksamsten Krachern aus der Frühzeit. Sound und Show sind auf die schiere Größe hin angelegt. Zum Finale taucht der sich quer durch die Ikonografie des Abends hindurchziehende, auf allen Albumcovers abgebildete Zombie Eddie als monströs gigantische Figur leibhaftig hinter der Kulisse auf, einem militärischen Flugzeughangar. Es hat viel der genretypischen Kampfmetaphorik, derweil der sich als eloquenter Entertainer präsentierende Sänger Bruce Dickinson in einer seiner wenigen Ansprachen an das Publikum eine Welt als große Familie im Zeichen einer religiösen Toleranz beschwört. Der Kampf ist im Metal einer gegen den inneren Dämon, gegen das Böse.

Iron Maiden stehen gelassen über den Moden: So lange sie nicht sterben, rocken sie wohl weiter. Und wenn sie einmal sterben, wird die nächste Generation schon dafür sorgen, dass der Rock’n’Roll es nicht mit ihnen tun wird. Im Vorprogramm spielten Rise to Remain – die Band um Bruce Dickinsons Sohn Austin.

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