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Hugh Masekela Ein Song für Nelson Mandela

Zum Tod des Jazztrompeters Hugh Masekela, der in Südafrika eine politische Stimme war.

Hugh Masekela
Hugh Masekela 1994 auf einer Feier zum zehnten Jahrestag der Abschaffung der Apartheid. Foto: afp

Er hat gelebt, und wie!“, sagt Kwaito-Star Zakes Bantwini, als er im südafrikanischen Rundfunk auf die Nachricht vom Tod Hugh Masekelas reagiert: „Sein Leben war so prall gefüllt wie ein Lexikon.“ Ein Musiker nach dem anderen meldet sich bei der Radiostation, um dem verstorbenen Jazz-Trompeter Tribut zu zollen: Noch mehr als die mitreißenden Töne aus seinem „Horn“ – die hier ohnehin jeder kennt – werden dabei sein ansteckender Humor, die unbändige Lebenslust und sein gesellschaftliches Engagement gefeiert. Der „Vater des südafrikanischen Jazz“ ist tot: Doch die Legende lebt weiter. 

Schon nach der Lektüre des ersten Kapitels der Masekela-Autobiografie „Still Grazing“ sei ihm die Kinnlade runtergefallen, erzählt Musikproduzent Loyiso Bala: „Lies weiter, das ist noch gar nichts“, habe ihm Masekela damals erwidert. Der 1939 geborene Junge wuchs in dem berüchtigten Johannesburger Künstler- und Ganoven-Viertel Sophiatown auf, wo er als 15-Jähriger den Kinofilm „Young Man With a Horn“ über den US-Trompeter Bix Beiderbecke sah.

Bereits am Ende der Vorführung war klar: „Ich wollte hier und jetzt Trompetenspieler werden“, erinnert sich Masekela. Falls er verspreche, sich von Verbrechern fernzuhalten, werde er ihm ein Horn verschaffen, versprach der in Sophiatown tätige Pastor und Anti-Apartheidskämpfer Trevor Huddleston – und organisierte ein Instrument, das kein anderer als Louis Armstrong gestiftet hatte. Dermaßen ausgerüstet, startete Masekela seine Karriere: Schon wenige Jahre später trat er mit Miriam Makeba und den Manhattan Brothers im Kultmusical „King Kong“ auf. 

Das Massaker in Sharpeville 1960 machte dem afrikanischen Bebop-Jazzer allerdings deutlich, dass im Rassistenstaat kein Platz für ihn war: Mit Unterstützung ausländischer Musiker setzte er sich in die Vereinigten Staaten ab. Unter den Fittichen von Miles Davis, John Coltrane und Harry Belafonte fand Masekela schnell Boden unter den Füßen: 1967 trat er neben Janis Joplin, The Who und Jimi Hendrix beim Monterey Pop Festival auf, ein Jahr später landete er mit „Grazing in the Gras“ einen eigenen Welthit. 

Allmählich bekam er allerdings auch die Folgen seines Lebenshungers zu spüren: Zum exzessiven Alkoholkonsum, an den er sich bereits in Südafrika gewöhnt hatte, gesellte sich noch das regelmäßige Schnupfen des weißen Puders in den Hippie-Paradiesen. „Ich hatte mein Leben mit Drogen und Alkohol zerstört und kriegte bald weder eine Band zusammen noch einen Gig auf die Reihe“, schreibt Masekela in seiner Autobiografie. 

Außerdem nagte das Heimweh an ihm. 1972 verlässt Masekela die USA, um wenigstens in seinem Heimatkontinent zu leben: In einer Art Pilgerfahrt zieht er von Guinea nach Nigeria, Ghana, Liberia und den Kongo – ans Kap der Guten Hoffnung kann er sich nicht wagen. In dieser Zeit schreibt er seinen wohl eingängigsten Hit: „Stimela“, in dem die Geräusche der zu den Goldminen nach Johannesburg stampfenden Züge der Wanderarbeiter nachgeahmt werden. Mehr als zehn Jahre später folgt der Hit „Bring Back Home Nelson Mandela“ – der zu einer Hymne des Anti-Apartheidkampfs wird. 

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