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Frankfurt Hip ist es nicht, will es auch nicht sein

Ein Bigband-Konzert mit Dag Arnesen beendet „Summer in the City“ im Palmengarten.

Eine Bigband bei der durch Pop definierten Konzertreihe „Summer in the City“ des Mousonturms im Frankfurter Palmengarten? Das abschließende Konzert der (diesmal mit drei von sechs Terminen ungewöhnlich weltmusikhaltigen) Saison war mäßig gut besucht. Außerhalb der Jazzkreise gelten Bigbands nicht als besonders hip – und sie sind offenkundig auch kein Verkaufsschlager.

Ein Anspruch auf Hipness ist dem norwegischen Pianisten, Komponisten und Arrangeur Dag Arnesen allerdings kaum zu unterstellen. Muss ja auch nicht sein. In seiner Albenreihe „Norwegian Songs“ beschäftigt er sich, wie so viele andere nordische Musiker, mit den Folksongs seiner Heimat und mit Edvard Grieg – der sich seinerseits auf die Volksmusik Norwegens bezog.

Im Palmengarten präsentierte der 68-Jährige die vierte Folge, zusammen mit der Bergen Big Band, deren regulärer Pianist er parallel zu seinen umtriebigen anderen Aktivitäten schon seit langem ist. Der komplette Zyklus des im vergangenen Jahr veröffentlichten Albums wurde aufgeführt, annähernd in der gleichen Reihenfolge.

Es war, wie zu erwarten, in erster Linie ein Abend der impressionistischen Stimmungen. Ein „lyrisches Stück“ auf das andere, gleich ob es nun auf Grieg zurückgeht oder nicht. Wenige Ausnahmen nur, beispielsweise Arnesens eigene Komposition „On Granite“, das schmissige Finale vor der Pause. Das ist moderner Bigband-Mainstream, inspiriert, gepflegt, mit raffiniert-wirkungsvollen Arrangements. In den Grieg-Adaptionen mit Expositionen auf dem unbegleiteten Klavier, was allerdings beim dritten Mal schon redundant erscheint.

Erstaunlich konventionell

Markante Solisten traten hervor, wie die Tenorsaxofonisten Ole Jacob Hystad und Kjetil Moester, der famose fusionorientierte Gitarrist Thomas Dahl sowie die junge Elisabeth Lid Troeen am Altsaxofon; befremdlich hingegen das unbeholfen tastende Solo des gleichfalls jungen Aksel Roed am Baritonsaxofon. Dag Arnesen und die Bergen Big Band boten einen animierten musikalischen Spätsommerabend. Das Publikum feierte die Musiker herzlich. Und doch wirkte eine so konventionelle Bigband bei „Summer in the City“ hoffnungslos fehl am Platz.

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