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Eminem, „Kamikaze“ Die Rache des Rappers

Aggressives Haten, Dissen im Up tempo: Mit seinem neuen Album wütet Eminem gegen seine Kritiker.

Eminem
Eminem im Juni auf einem Festival in Dover, USA. Foto: rtr

Zusammengearbeitet hat Eminem mit allen Größen des Geschäfts, und so liefert er wie selbstverständlich auf „Kamikaze“ seinen Beitrag zum Soundtrack der Marvel-Comicverfilmung „Venom“ mit. Seine bösen Songs sind oscarprämiert und begleiten die Gamer bei „Call of Duty“, einem der meistgespielten Konsolenspiele überhaupt.

2017 ging Eminem aufsehenerregend mit einer Hasstirade auf Donald Trump an die Öffentlichkeit. In der a-capella Performance „The Storm“ beschimpfte er den amerikanischen Präsidenten großzügig als unpatriotisch, rassistisch und vulgär.

Eminem ist sich für nichts zu schade

Trotz des schwierigen Charakters trifft Eminem oft den richtigen Ton, sagt, wie er es nennt, „was er denkt“. Das dürfte ein Grund für seinen Erfolg sein, der andere: sein Talent. Eminem ist sich für nichts zu schade, und was bei einigen besonders gut ankommt, finden andere frauenfeindlich und gewaltverherrlichend. Was er macht, ist mit Sicherheit nicht mehr alles Kunst, aber da Hip Hop so oder so nicht gerade dafür bekannt ist, dem Feminismus zu frönen, sind die Erwartungen von vornherein eher gering. Dann müssen die Bewertungskriterien eben verschoben werden.

„Revival“ erschien erst vor acht Monaten, fiel aber ob der Peinlichkeit bei der Kritik komplett durch. Das ärgerte den Sänger dermaßen, dass er nun auf alle eindrescht, die behaupteten, er könne es nicht mehr. Im „Battle“ rächt er sich für die schlechten Worte, die ihn wohl ziemlich geärgert haben müssen, und beweist, dass da doch noch was geht. Beyoncé und Ed Sheeran sind nun nicht mehr dabei, dafür aber Bon Iver. Im ersten Stück „The Ringer“ sollen die Journalisten, die ihn zuvor kritisierten, beispielsweise seinen Schwanz lutschen - und so geht das dann immer weiter.

Produziert ist „Kamikaze“ wieder mit Dr. Dre über die Labels Shady Records, Aftermath Entertainment und Interscope, die zu den erfolgreichsten der Branche zählen. In 13 Stücken finden sich vor allem Trap und Newschool Hip Hop, aber auch Anleihen in Richtung Kendrick Lamar. Vielleicht ist der Hardcore-Lyriker derzeit auf der Suche nach den Wurzeln des Hip Hop und den seinen. So ist das Albumcover eine Hommage an das erste Beasty Boys-Albums „Licensed to III“. Ebenfalls weiße Rap-Götter und seine Vorbilder. Bei Eminem stehen allerdings am Heck einer Boing 727 die Buchstaben „FU- 2“ („Fuck you, too“) mit amerikanischem Flaggensymbol und das Wort „TIKCU5“ (in Spiegelschrift „Suck it“). So viel dann dazu.

Eminem: Kamikaze. Aftermath.

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