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Eminem, „Kamikaze“ Die Rache des Rappers

Aggressives Haten, Dissen im Up tempo: Mit seinem neuen Album wütet Eminem gegen seine Kritiker.

Eminem
Eminem im Juni auf einem Festival in Dover, USA. Foto: rtr

Über Nacht, ohne Vorankündigung, kam Eminems neues Album „Kamikaze“ auf den Markt, was so gemeint ist, wie es sich anhört. Erstmal nur Download und Streaming. CD und Platte gibt’s erst später, in der nächsten Woche.

Nun gilt es wieder, bei den derben Worten des Hip Hop-Meisters (inflationärer Gebrauch des F-Wortes) kleinere bis größere Texträtsel zu lösen und nachzuspüren, ob die Beats reinhauen? Ja, sie tun es, sind das, was Hip Hop heute sein muss. Ganz im Gegenteil zum Vorgängeralbum „Revival“, das gemeinsam mit Beyoncé, Pink, Ed Sheeran und auch Alicia Keys eine fürchterliche Verirrung in den R&B-Pop war.

„Kamikaze“ ist das zehnte Studioalbum

„Kamikaze“ ist das mittlerweile zehnte Studioalbum des Ausnahmerappers und schließt an alt Bekanntes an. Gekonnt aggressives Haten und Dissen im Up tempo. Rapper-Kollegen und die (zuletzt schlechte) Presse werden aufs Übelste beschimpft, manche auch gewürdigt, je nach Standing eben, und der eigene gebrochene Charakter (psycho-)logisch durchleuchtet. Auf weltweit 172 Millionen verkaufte Alben kann der mittlerweile 46-jährige, aus Missouri stammende Künstler zurückblicken, der mit echtem Namen Marshall Bruce Mathers III. heißt. Den großen Durchbruch hatte er 1996 mit seinem zweiten Album „The Slim Shady LP“. Als Alter Ego „Slim Shady“ folgte für Marshall Mathers das, was nur wenigen weißen Rappern vergönnt bleibt: der Aufstieg in den Hip Hop-Olymp.

In „8 Mile“ (2002) wurde mit ihm das Leben eines Rappers aus der untersten sozialen Schicht Detroits verfilmt. Es blieb umstritten, ob es sich um seine Biografie handelte, oder nur Teile davon in die Filmhandlung einflossen. Im Film, aber auch im wahren Leben Eminems hat der Rapper ewig (gewalttätigen) Stress mit Frauen, Drogen, dem Gesetz und seiner Mutter. In zahlreichen Texten geht es um die Beziehung, oder Nicht-Beziehung zur Ex, das Morden und andere Gewaltverbrechen. Oftmals sind seine Stücke nicht ohne Ironie, nicht ohne Gesellschaftskritik. Seine Mutter, die er zuvor als eine Art drogensüchtige Schlampe bezeichnete, verklagte ihn auf zehn Millionen Dollar Schadensersatz, von denen sie nach außergerichtlicher Einigung nur 10.000 erhielt.

Zur Eminem-Story gehört, dass ihm eine sonderbare Affäre mit Mariah Carey nachgesagt wird und dass ihm wegen unerlaubten Waffenbesitzes eine Haftstrafe von zwei Jahren auferlegt wurde. Dass er auf Entzug war, ist nur eine weitere kleine Anekdote.

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