Lade Inhalte...

Edita Gruberová in Frankfurt Die bestrickende Edita Gruberová

Die Sängerin Edita Gruberová, einer der dienstältesten und größten Namen des Belcanto, lässt das Publikum beim Liederabend in der Oper Frankfurt immer noch jubeln.

29.04.2015 17:27
Von Bernhard Uske
Edita Gruberová beim Liederabend in der Oper Frankfurt, mit dem Pianisten Peter Valentovic. Foto: Wolfgang Runke / Oper Frankfurtl

Sie haben doch nichts dagegen, wenn ich eine Arie singe?“ Die Frage, gestellt am Ende des Programms, mit dem Edita Gruberová bei den Liederabenden der Oper Frankfurt gastierte, wurde mit freudiger Genugtuung vom Publikum quittiert. Einem Publikum, das einen der dienstältesten und größten Namen des Belcanto erleben wollte und jetzt, bei den Zugaben, ganz auf seine Kosten kam. Zuletzt erklang gar alte Koloraturen-Herrlichkeit, die die „slowakische Nachtigall“ der 1970er Jahre wie keine Zweite beherrschte. Damals, als wohl beste Zerbinetta überhaupt, war die Gruberová knapp dreißig Jahre alt und bereits ein Fall für die Weltkarriere.

Jetzt sind bei der 1946 in Bratislava geborenen Sängerin naturgemäß die stimmlichen Voraussetzungen andere. Und eine Solistin, die nicht in die niederen Ränge vokaler Selbstdarstellung absteigen will mit Chanson, Gospel, Folklore oder Sprechgesang wie manche der Kolleginnen, muss sich spezielle Repertoire-Schwerpunkte setzen. Kein Ebenen- sondern nur ein Ausdruckswechsel ist bei der Gruberová angesagt. Ruhiges, Lyrisches und Versonnenes bestimmte die Lieder-Auswahl für Frankfurt, an deren erster Stelle überschaubare Romanzen Peter Tschaikowskys und Lieder Nikolai Rimski-Korsakows standen. Mit sieben Stücken aus den Zigeunermelodien Antonín Dvoráks schloss der erste Teil des Abends.

Gedeckter Glanz

Enorme Disziplin bei der Situierung der nicht mehr fest sitzenden Stimme, Vorsicht in der Modulation von Höhe und eine starke Tempodrosselung, die den Liedern oft eine einförmige, ja monotone Färbung gaben, waren die vorherrschenden Gestaltungsmittel, denen der zurückhaltend und doch anschmiegsam operierende pianistische Begleiter, Peter Valentovic, gute instrumentale Unterstützung verschaffte.

Nach der Pause kamen Lieder von Richard Strauss und Gustav Mahler zum Vortrag, wobei vor allem der parlandohafte Stil bei Strauss der Sängerin sehr entsprach: Lieder, die keine extremen Höhenausreißer und keine allzu große gestische Dimension aufweisen. Immer jedoch, selbst bei etwas mühsamen Bewegungen, war das immer noch reizvolle Stimmmaterial der Edita Gruberovás bestrickend: nicht blass oder strohig, sondern geschlossen und in gedecktem Glanz schimmernd.

Zuletzt, nach den Arien-Zugaben (natürlich italienischer Provenienz), wo endlich das geschonte Stimmband-Reservoir geöffnet wurde und Spitzentöne abgeschossen werden konnten, war der Jubel grenzenlos und wurden die Ovationen stehend vollzogen.

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum