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Simon Strauß, Eugen Gomringer Zwangspolitisierte Dichter

Der „Fall Simon Strauß“ und Eugen Gomringers Zeilen an der Hochschul-Fassade in einer Debatte in Berlin.

Leipziger Buchmesse 2017 Schriftstellerin Nora Bossong am 23 03 2017 auf der Leipziger Buchmesse
Die Schriftstellerin und Mitdiskutierende Nora Bossong, hier bei der Leipziger Buchmesse. Foto: imago stock&people (imago stock&people)

Die Runde diskutiert konzentriert, niemand schwafelt. Wie sehr Simon Strauß jedoch unter Druck steht, merkt man, wenn er sich zu Thesen versteigt wie: „Alles, was mit Ästhetik zusammenhängt, ist automatisch rechts, was mit Ethik zusammenhängt, ist automatisch links.“ Nora Bossong behält einen kühlen Kopf: Ob Literatur politisch wirke, ist an die Ästhetik gekoppelt, sagt sie. „Eine ästhetisch dürftige Literatur wird langfristig keine politische Wirkung erzielen.“

So gehören die Schlagwörter aus dem Titel des Abends zusammen. Der Einsatz der Diskutanten zeigt: Ein Interpret sollte bedenken, was seine veröffentlichte Lesart von Kunst bewirken kann. Nicht ästhetisch, sondern politisch. Debatten sind nützlich. Was ein solches Gespräch ausrichten kann in der Zeit der schnellen Meinungsverbreitung, wird sich zeigen. Vielleicht im Wikipedia-Eintrag.

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