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Neue Rechte Schulterschluss von AfD und Identitären

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Volker Münz gibt das Buch „Rechtes Christentum?“ heraus und holt dafür die Identitäre Bewegung mit ins Boot.

Volker Münz und Caroline Sommerfeld
Rechte Christen? Volker Münz und Caroline Sommerfeld. Foto: Simon Berninger

Auf der Buchmesse ließ es sich Kubitschek denn auch nicht nehmen, mit seiner Frau Ellen Kositza beim prominent in Halle 3.1 angesiedelten Stocker-Verlag vorbeizuschauen. Bei der Vorstellung von „Rechtes Christentum?“ traf er mit Caroline Sommerfeld und Martin Lichtmesz auch auf zwei regelmäßige Autoren seiner Zeitschrift „Sezessionen“. In „Rechtes Christentum?“ schreibt Sommerfeld nun: „Identität kommt nicht ohne Feindschaft aus.“ Die Identitäre Bewegung kämpfe zwar „ausschließlich metapolitisch-symbolisch, weiß aber: Bei Angriff gilt es, sich verteidigen zu können, im Kleinen wie im Großen“.

Unchristliche Absichten der Identitären

Bei ihrem Aufsatztitel „Gegen Allahu akbar hilft nur Deus vult!“ überrascht es nicht, dass sie „den Islam als Feind Europas“ ausmacht. Demgegenüber verspürten viele Identitäre „einen christlichen Grundimpuls“, die Kirchen hätten aber längst eine „christliche Unterwerfung unter den Islam“ vollzogen. Etwa damit, dass die katholische Kirche schon seit ihrem letzten Konzil in den 1960er Jahren lehre, „den einen Gott der Schöpfung als Basis für jeden künftigen christlich-islamischen Dialog“ zu nehmen – um Feindschaften ihre Grundlage zu nehmen.

Wer da frage, ob „Identitäre Christen sein und gleichzeitig ‚Menschen‘ als Feinde sehen“ könnten, dem wirft die Autorin vor, nicht „in politischen Zusammenhängen zu denken. ‚Wir sind doch alle Menschen‘ ist eine Art universell verallgemeinerter Intimbeziehung, und selbst für eine solche gilt Feindschaft als anthropologische Konstante“. Für Sommerfeld ist klar: „Ewigen Frieden und die Gleichheit aller Menschen gibt es nur vor Gott“. Und das „Himmelreich vorwegzunehmen hat im Zweifelsfalle einen hohen weltlichen Preis“. 

Ganz ähnlich schreibt auch Münz in seinem Beitrag, den Philosophen Karl Popper zitierend: „Der Versuch, den Himmel auf Erden einzurichten, erzeugt stets die Hölle.“ Doch geht das Zitat Poppers weiter: „Dieser Versuch führt zu Intoleranz, zu religiösen Kriegen und zur Rettung der Seelen durch die Inquisition.“ Eine solche Einsicht des Philosophen der offenen Gesellschaft passt freilich nicht zum Duktus der Veröffentlichung, schon gar nicht passt sie zu den Absichten der Identitären.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier AfD

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