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Neue Kinderbücher Igels Wut, Löffels Rede

Von Einsamen und Zornigen und vom Spaß am Alphabet: Kinderbücher von Annika Thor, Toon Tellegen und Joke van Leeuwen.

19.08.2016 16:19
Von Cornelia Geissler
Sein Ärger verfliegt aber schneller, als ihm lieb ist. Foto: REUTERS

Sich umeinander kümmern

Es gibt diese Begegnungen in den alten Märchen, da ein Kind an eine Tür kommt und nur widerwillig eingelassen wird. Das von Maria Jönsson puppenhaft gezeichnete Mädchen im roten Kleid, ist „gegangen und gegangen“, bis es zu dem Haus im Wald kam, wo „die Graue“ alleine bleiben will. Das Rot des Kleidchens verändert die Hütte, doch nach einer Nacht schickt die Graue das Kind wieder weg. Woher es gekommen ist, weiß es selbst nicht, nur, dass es niemanden mehr gab, „der sich um mich kümmern kann“. Annika Thor, bekannt durch die Kinderromane um deutsche jüdische Mädchen im Exil in Schweden („Eine Insel im Meer“), erzählt diesmal für ganz junge Kinder.

Als das Mädchen weg ist, blinkt ein rotes Haarband als Zeichen von ihr im Haus. Es veranlasst die Graue, das Kind zu suchen. In diesem Märchen von heute steckt viel mehr, als das erste Lesen oder Vorlesen verrät: Poesie und Hoffnung. (Ab 4 Jahren)

Sich aus der miesen Stimmung retten

Der Igel wünscht sich so sehr, einmal richtig wütend zu werden, dass er sich das als eines seiner nächsten Vorhaben auf Birkenrinde schreibt, was allerdings vom Wind fortgetragen wird – und damit ist der Ärger auch schon wieder vorbei. Aber die Gegenwart des Erdferkels ist nur zu ertragen, wenn das Tier auf dem Kopf steht, sonst tobt und krakeelt es herum. Und der Elefant schlägt sich vor lauter Wut selbst.

In insgesamt zwölf Geschichten umkreist der niederländische Kinderbuchautor Toon Tellegen ein allseits bekanntes Gefühl und er zeigt dabei, in wie vielen Facetten es existiert: „Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen“. Tellegen nimmt schlechte Laune, Misserfolge und die ganz große Langeweile ernst. Meistens erhalten seine Helden einen kleinen Stups, um sich aus der miesen Stimmung zu retten. Und dann kann man über das Ungemütliche auch schon wieder zusammen lachen.(A b 6 Jahren)

Sich Reime auf Buchstaben machen

Das A gehört zu einem Schiffskran, das B entstammt einer Oberleitungsschlinge, das C liegt als Buddeleimergriff im Sand. In ihrem Sprachspielband „Das tolle ABC-Buch“ stellt die Niederländerin Joke van Leeuwen einmal das Alphabet aus Fotos zusammen. Sie hat auch Turnerfiguren gemalt und Verse für die Buchstaben geschrieben: „Q kommt von Quiz./ Da fragt man wie oder was.// R ist der Regen./ Der macht die Erde nass.“

Sie lässt Besteck als Gabella und Löffelino Gespräche führen und versteckt mit gefärbten Buchstaben Geheimbotschaften in Briefen. Geschichten spielen auf Eigenarten an – des Nilpferds, des Esels, der Schnecke, eigentlich des Menschen. Erstaunlich witzig und sinnig liest sich das alles in der deutschen Übersetzung von Hanni Ehlers. Das ABC-Buch macht neugierig, führt zu Entdeckungen, schürt die Lust am Lesen, den Spaß an der Sprache. Ab 6 Jahren.

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