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Leipziger Buchpreis Scheik und Kaiserin

Die Nominierten-Liste für die Preise der Leipziger Buchmesse. Vergeben wird am 23. März.

Brigitte Kronauer, eine der Nominierten. Foto: dpa

Es ist einen kleinen Extrajubel wert, dass sich Brigitte Kronauers großer Roman „Der Scheik von Aachen“ (im Herbst bei Klett-Cotta erschienen) unter den Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse findet. Solche Listen, denkt man sich, sollen für Entdeckungen gut sein, aber auch das zu schnelle Wieder-Verschwinden der wesentlichen Titel einer Saison unterlaufen.

Auch die diesjährige Leipziger Liste macht sich in der ansonsten mit taufrischen Titeln bestückten Kategorie Belletristik zunutze, dass der Literatur-Begriff weiter gespannt ist als im Herbst beim Deutschen Buchpreis für den „besten Roman des Jahres“: Der Lyriker Steffen Popp ist im Rennen, mit seinem neuen Band „118“ (Kookbooks). Das ist erfrischend, selbst wenn sich die Jury seit Jan Wagners Erfolg 2015 darauf eingestellt zu haben scheint, jeweils genau einen Lyrikband zu nominieren. Als Grenzgängerin tritt die Poetin Anne Weber in ihrem aber als Roman deklarierten Buch „Kirio“ (Fischer) auf. Dazu kommen Lukas Bärfuss’ „Hagard“ (Wallstein) und Natascha Wodins „Sie kam aus Mariupol“ (Rowohlt).

Jenseits von Klaus Reicherts „Wolkendienst“ (S. Fischer) historisch-politischer orientiert als sonst ist die Kategorie Sachbuch/Essay: Leonhard Horowski ist mit „Das Europa der Könige. Macht und Spiel an den Höfen des 17. und 18. Jahrhunderts“ (Rowohlt) dabei, Barbara Stollberg-Rilinger mit ihrer umfangreichen Maria-Theresia-Biografie (Beck), Volker Weiß mit dem topaktuellen Titel „Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes“ (Klett-Cotta), Jörg Später mit seiner Siegfried-Kracauer-Biografie (Suhrkamp). Kein Luther-Buch, nicht dass die Verlage nicht alles dafür getan hätten.

In der dritten Kategorie finden sich Übersetzungen aus dem Französischen, Englischen, Russischen, Chinesischen, Spanischen: Holger Fock und Sabine Müller mit Mathias Énards „Kompass“ (Hanser Berlin – Énard bekommt vorher schon den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung), Gregor Hens mit Will Selfs „Shark“ (Hoffmann und Campe), Gabriele Leupold mit Andrej Platonows „Die Baugrube“ (Suhrkamp), Eva Lüdi Kong mit dem Klassiker „Die Reise in den Westen“ (Reclam) und Petra Strien mit Miguel de Cervantes’ „Irrfahrten von Persiles und Sigismunda“ (Andere Bibliothek).

Die Preise werden am 23. März in Leipzig vergeben.

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