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Kachelmann-Buch Kachelmann und der Sinn für Recht und Gerechtigkeit

Wetter-Moderator Jörg Kachelmann hatte es groß angekündigt: Er wolle ein Buch herausbringen und darin mit all jenen abrechnen, die ihn in den Knast bringen wollten. "Mannheim" sollte es heißen, als "Sinnbild des Elends". Jetzt steht fest: "Mannheim" wird so nie erscheinen.

19.04.2012 17:48
Jörg Hunke
Ein Märchen aus der Provinz will Jörg Kachelmann erzählen, so jedenfalls lautet der Untertitel seines Buchs. Foto: dapd

Mannheim sollte sein Buch heißen. Das hatte der Wetter-Moderator Jörg Kachelmann im vergangenen Jahr in einem großen Zeit-Interview angekündigt. „Mannheim als Sinnbild des Elends“, hatte er gesagt. Kachelmann saß in der Universitätsstadt in Untersuchungshaft und musste aus seiner Schweizer Heimat in den Südwesten reisen, wenn ein Verhandlungstag im Prozess wegen Vergewaltigung anstand. Ein Prozess, an dessen Ende der Fernsehmoderator aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde, und doch erklärte er im Juni des vergangenen Jahres, dass er die Stadt und ganz Baden-Württemberg in Zukunft großräumig umfahren werde.

Mit dem Buch wolle er sich in den Kampf gegen die Leute begeben, die ihn in den Knast bringen wollten, kündigte Kachelmann an. Worte wie Blitz und Donner, da passte der knappe Buchtitel „Mannheim“ bestens. Ein Stadtname als Titel weckte auch Assoziationen zu dem preisgekrönten Film „Stammheim“, in dem der Terroristenprozesses gegen RAF-Mitglieder erzählt wird. Etwas Großes schien Kachelmann also zu planen. Bis zu zehn Stunden schrieb er angeblich pro Tag.

Neues Projekt „Recht und Gerechtigkeit“

Im vergangenen Sommer sagte er auch, dass das Buch bald erscheinen werde. Im April 2012 ist sicher: „Mannheim“ wird nie erscheinen. Stattdessen will der Heyne-Verlag unter dem Titel „Recht und Gerechtigkeit“ im Oktober 2012 ein Kachelmann-Buch veröffentlichen. Der Titel klingt nach Standardwerk für Jura-Studenten, der Untertitel „Ein Märchen aus der Provinz“ nach Groschenroman. Wie das zusammenpasst? Vielleicht weiß es Kachelmann.

Seine Interpretation des Rechtsverständnisses könnte jedenfalls spannend werden. Der Behauptung der Zeit-Journalisten („Sie glauben inhaftierten Verbrechern und misstrauen den Polizisten eines Rechtsstaates.“) widersprach er damals nicht. Zum Inhalt teilte der Verlag mit, dass Kachelmann mit seiner Frau aus unterschiedlichen Perspektiven über den Prozess und die Zeit danach berichten werde.

Auch Schwarzer-Buch wird nicht erscheinen

Bei Hoffmann und Campe hielt sich die Enttäuschung über das geplatzte Projekt in Grenzen. Das Ganze habe unter keinem guten Stern gestanden, hieß es. Inhaltlich habe es aber keine Differenzen gegeben.

Es scheint nicht so einfach zu sein, über den Prozess zu schreiben, denn auch das Buch von Alice Schwarzer „Der Fall Kachelmann“ wird nicht erscheinen. Die Autorin, eine laute Kritikerin des Moderators, plant jetzt ein weitergefasstes Werk über sexuelle Gewalt, sagte Gaby Callenberg, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit bei Kiepenheuer und Witsch.

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