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Ivonne Keller Als Hybridautorin Nischen finden

Ivonne Keller ist mit Selfpublishing und „Inselromanen“ erfolgreich. Mittlerweile kann sie vom Schreiben leben.

Ivonne Keller
Autorin Ivonne Keller. Foto: Michael Schick

Was Ivonne Keller geschafft hat, davon träumen viele Autorinnen und Autoren, die ihre Bücher selbst verlegen. Und vermutlich auch so mancher Verlagsautor. Keller, die unter dem Pseudonym Stina Jensen „Inselromane“ schreibt, hat innerhalb der vergangenen zwölf Monate eigenen Angaben zufolge über 60 000 Exemplare ihrer Reihe verkauft. Sie heißen „Insel blau“ (Langeoog), „Insel grün“ (Irland), „Insel gelb“ (Island) und Anfang Juli kam der vierte Band der Reihe heraus, „Insel pink“ (Mallorca).

Hat die im hessischen Bad Vilbel lebende Schriftstellerin ein Erfolgsrezept? Hat sie. Doch es lässt sich nicht an einem Abend zubereiten, sondern ist das Ergebnis umfangreicher Vorarbeiten und kontinuierlichen Dabeibleibens.

Die Marktforschung stand am Anfang. Sie beobachtete die einschlägigen Online-Plattformen und filterte aus den belletristischen Büchern – im Jahr 2016 genau 13 891 Neuerscheinungen laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels – heraus, welches Setting sich am besten verkauft und mit dem sie selbst auch leben kann. Dass sie auch Liebesromane schreiben wollte, war ihr da schon klar.

„Mit den Inselromanen habe ich eine Nische gefunden, bei der ich auch schreiben kann, was mir gefällt“, sagt sie. „Das kommt meiner Reiseleidenschaft entgegen.“ Und so ging jedem der vier Bücher eine Vor-Ort-Recherche voraus. Das Wichtigste beim Buchmarketing sei, selbst hinter dem eigenen Thema zu stehen. Die Leser merkten es sofort, wenn jemand über etwas schreibe, was ihm nicht gefalle.

Der nächste Schritt war der Name. Er sollte zu dem Inselflair, das die Bücher verbreiten, passen. So kam das Pseudonym zustande. Im weltweiten Netz hat die Autorin eigene Internetseiten und eine Facebook-Seite. Auf Instagram postet sie regelmäßig Foto-Storys ihrer Inselreisen. Und natürlich präsentiert sie sich und ihre Bücher auf Buchmessen, so auch bei der Frankfurter, am 14. Oktober am Tolino Media Stand.

Keller ist eine sogenannte Hybridautorin. Sie ist nicht nur als Selfpublisherin unterwegs, sondern veröffentlicht auch Romane bei Droemer Knaur. Auch dadurch hat sie einen gewissen Bekanntheitsgrad. Schließlich schreibt sie unter dem Pseudonym Alice Golding romantische Komödien, diese wiederum im Selfpublishing. Ein weiterer Aspekt, der für das Buch-Marketing essentiell ist, ist die Qualität. So ließ Keller jeden ihrer Inselromane von einer Fachfrau lektorieren und Korrektur lesen, die Cover entwarf eine Designerin. All das steht auch im Impressum.

Mittlerweile kann Keller als Selfpublisherin von den Früchten ihrer Arbeit leben. „Ich verdiene ein Vielfaches meines vorherigen Teilzeitgehalts“, sagt sie. Allerdings arbeite sie auch dreimal so viel. „Wenn ich nicht schreibe, bin ich mit der Vermarktung beschäftigt.“

Der durchschnittliche Preis für E-Books in Deutschland betrug im vergangenen Jahr 6,72 Euro. Keller verkauft ihre „Inselromane“ für 3,99 Euro. „Meine Leser zahlen nicht mehr dafür“, sagt sie. Diese Erfahrung machte sie, als sie einen der Romane für 5,99 Euro anbot. Den neuen Band bietet sie ab Mitte August für zwei Wochen lang sogar für 1,99 Euro an.

Weil es sich für Keller aber trotz – oder gerade wegen – der niedrigeren Preise lohnt, schreibt sie noch einen fünften und letzten Band – „Insel gold“. Vermutlich spielt er auf Rügen, im Oktober soll er erscheinen. „Regelmäßig neue Titel zu veröffentlichen ist wichtig, damit man für die Leser sichtbar bleibt“, weiß die Autorin. „Jeder neue Titel kurbelt die Backlist an.“

Deshalb wird das Ende dieser Reihe nicht das Ende von Stina Jensen sein. Es soll weitere Reiseromane von ihr geben.

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