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Hörbücher für Kinder Wenn der Vogel mit dem Bären ...

Fantastisches und Spannendes über Tiere und Menschen: Drei Spaß machende Hörbücher für Kinder.

02.06.2016 15:51
Von Cornelia Geissler
Hier wird dem (falschen) Fuchs nicht das Ohr abgequatscht, aber drauf gesessen. Foto: REUTERS

Freiheit hinter Gittern

Eine Freundschaft zwischen Krähe und Bär? Absurd! Die beiden würden das Ansinnen, sie zusammenzuspannen, auch weit von sich weisen, wäre nicht zufällig die Krähe in den Zooteich des Bären geplumpst und von ihm gerettet worden – und könnte der Bär vor ihrem Gequassel fliehen. Reden hilft eben manchmal, in diesem Fall hilft es sogar, eine undurchdringliche Mauer zu überwinden. Martin Baltscheit, der als Illustrator angefangen hat, und inzwischen zauberhafte Kinderbücher und hintersinnige -hörspiele erfindet (das tollste: „Nur ein Tag“), lässt die beiden das Thema Freiheit durchphilosophieren. Was nutzt der Krähe die weite Welt, wenn sie stets hungrig ist und von allen Fressplätzen vertrieben wird? Was soll der Bär sich nach der Ferne sehnen, wenn er doch hinter Gittern gut versorgt ist? Man kann das theoretisch drehen und wenden, erst die echte Erfahrung macht klug. Gut gelaunt spricht Lina Beckmann den immer hungrigen Vogel. Charly Hübner gibt dem Bären seine mufflige Brummstimme.

Walwanderung in der Nordsee

Dagmar Manzel ist unter die Wale gegangen. Ooohoohu singt sie, wenn sie den Lockruf ausstößt. Ein bisschen anders moduliert sie den Warnruf; Pilotwale können das gut unterscheiden. Warum Menschensprache und Walsprache anders klingen, ist ja wohl logisch, die einen reden über, die anderen unter Wasser. Manzel spricht den eigentlichen Text weich und einschmeichelnd, als wolle sie in die Ohren ihrer Zuhörer kriechen. Die müssen auch ganz schön aufpassen, wenn von Gruppenritualen, Fressgewohnheiten und der wichtigen Rolle von Sturm und Kälte die Rede ist. Esther Kinsky hat die Geschichte von „OpOs Reise“ erfunden, die eine Gruppe von Pilotwalen von den Shetlandinseln an der Ostküste Großbritanniens entlang führt. Zwischen den kurzen Kapiteln erklingt Musik, mal ein träges Cello allein, dann wird es vom Saxofon zu Wellenkringeln angetrieben.

Durchs Zeitloch in die Geschichte

Kinder sehen vieles weniger kompliziert als Erwachsene. Das war offenbar schon immer so. Denn der Eiszeitjunge Bo wundert sich nur wenig, als Fred aus unserer Gegenwart bei ihm auftaucht, während er noch angestrengt versucht, mit Stöckchen, Stein und Zunderschwamm Feuer zu machen. Fred war gerade in der Schwäbischen Alb in einem Museum unterwegs, und schwupps landet er in der Vergangenheit. Von Bo und seiner Schwester Lu erfährt er jedenfalls mehr über Kleidung, Nahrung, Höhlenzeichnungen und Jagdbräuche unserer Vorfahren als im Museum. Dafür kann er, der Hundebesitzer, den Kindern einen Tipp im Umgang mit jungen Wölfen geben. Sehr lebendig und plausibel klingt dieses sechste Zeitreise-Abenteuer von Birge Tetzner. Die Fakten fügen sich harmonisch in die dramatisch komponierte Handlung, das Zuhören macht auch halbwegs Vorgebildeten Spaß.

Martin Baltscheit: Krähe und Bär. Oetinger audio, Hamburg 2016. 58 Min., 12,99 Euro. Ab 8 Jahren.

Esther Kinsky: OpOs Reise. Musik Max Nagl. Speak low, Berlin 2016. 69 Min., Booklet, 19,90 Euro. Ab 5 Jahren.

Birge Tetzner: Fred in der Eiszeit. Ultramar Media, Berlin 2016. 78 Min., 13,90 Euro. Ab 8 Jahren.

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