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Darmstadt Terézia Mora bekommt den Georg-Büchner-Preis

Die Schriftstellerin Terézia Mora hat schon viele Auszeichnungen. Nun erhält sie auch noch den renommiertesten deutschen Literaturpreis: Die Büchner-Preis-Jury würdigt damit ihre „eminente Gegenwärtigkeit“.

03.07.2018 11:28
Von Ira Schaible, dpa
Terézia Mora
Die Schriftstellerin und Übersetzerin Terézia Mora (47) wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2018 ausgezeichnet. Foto: Arno Burgi/Archiv

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Terézia Mora (47) wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2018 ausgezeichnet. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.

Mora bekomme die Auszeichnung „für ihre eminente Gegenwärtigkeit und lebendige Sprachkunst, die Alltagsidiom und Poesie, Drastik und Zartheit vereint“, heißt es in der Begründung der Jury. „In ihren Romanen und Erzählungen widmet sich Terézia Mora Außenseitern und Heimatlosen, prekären Existenzen und Menschen auf der Suche und trifft damit schmerzlich den Nerv unserer Zeit.“ Schonungslos nehme sie die Verlorenheit von Großstadtnomaden in den Blick und lote die Abgründe innerer und äußerer Fremdheit aus. Dies geschehe suggestiv, kraftvoll, bildintensiv und spannungsgeladen - mit ironischen Akzenten und analytischer Schärfe.

Mora wurde in Ungarn geboren und wuchs zweisprachig auf. Seit 1990 lebt sie in Berlin. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ - den zweiten Band einer Trilogie über das Leben des IT-Spezialisten Darius Kopp - bekam sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Der erste Band („Der einzige Mann auf dem Kontinent“) hatte es 2009 auf die Longlist geschafft. 2016 veröffentlichte sie ihren bislang jüngsten Erzählungsband „Die Liebe unter Aliens“.

Außer Romanen und Erzählungen verfasste Mora auch Drehbücher, Theaterstücke und Essays. Sie übersetzte zudem Werke von renommierten Autoren wie dem ungarischen Schriftsteller Péter Esterházy (1950-2016). Sie erhielt bereits eine Reihe bedeutender Auszeichnungen, darunter den Ingeborg-Bachmann-Preis (1999) und den Preis der Leipziger Buchmesse (2005).

Der Leiter des Hamburger Literaturhauses, Rainer Moritz, sprach beim Büchner-Preis von einer „großartigen, überfälligen Entscheidung“. „Ihre Romane und Erzählungen spiegeln seismographisch, was unsere Gesellschaft aufwühlt und von welchen untergründigen Ängsten sie beherrscht wird“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem aber finde Mora dafür eine unverwechselbare, stilistisch ausgefeilte Sprache.

„Mit Mora als Büchner-Preisträgerin ist die höchste Ehrung, die eine deutschsprachige Schriftstellerin in Deutschland erfahren kann, endlich angekommen bei der mehrsprachigen Generation von Autoren, der man allein mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis nicht gerecht wurde“, sagte der Leiter des Literaturhauses Frankfurt, Hauke Hückstädt.

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt vergibt die Auszeichnung seit 1951 an Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen „durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten“ und „an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben“.

Zu den Preisträgern gehören Max Frisch (1958) und Günter Grass (1965) (1967) sowie zuletzt Jürgen Becker (2014), Rainald Goetz (2015), Marcel Beyer (2016) und im vergangenen Jahr der Lyriker Jan Wagner.

Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner („Woyzeck“). Er wurde 1813 im Großherzogtum Hessen geboren und starb 1837 in Zürich. Die Auszeichnung wird am 27. Oktober während der Herbsttagung der Deutschen Akademie in Darmstadt verliehen.

(Von Ira Schaible, dpa)

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