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„The Empty House“ Ängste halten die Welt in Atem

Im Berliner Schinkel Pavillon begegnen wir der Avantgardistin Louise Bourgeois.

Ihr Wohn-Atelier hatte die erst seit den Achtzigern „entdeckte“, ab da aus dem Stand weltweit Gefeierte, deren Werk dann auf keiner Biennale oder Documenta fehlte, seit dem 11. September 2001 nicht mehr verlassen. Junge Assistenten setzten die bis zum Tod nicht versiegenden Ideen der gebrechlich Gewordenen unter deren strenger Anleitung um bis zur letzten Naht.

Und so vollendete sich das rätselhafte, schwer erklärliche Werk der charismatischen Bildhauerin. Sie machte im puritanischen Amerika unbeirrt das komplizierte Verhältnis der Geschlechter zum Thema, ohne zur Eiferin zu werden. Sie bewahrte das Sinnliche. Unvermindert wirkt das bis heute. An der Sorbonne hatte sie Mathematik studiert, später Malerei an der Louvre-Akademie. Nach der Übersiedlung nach New York mit ihrem Mann Robert Goldwater – das Paar hatte drei Söhne – entstand all das, weswegen die Bourgeois heute eine Leitfigur der jungen Kunst ist.

Für diese Exzentrikerin, die als Greisin zur Kultfigur wurde, waren Kunst und Leben etwas Zerbrechliches, Instabiles, mit einem starken Hang zum Surrealen. Wie einst die Surrealisten, übertrat sie Grenzen, vertauschte Geschlechterrollen, veredelte das Triviale, provozierte durch Doppeldeutigkeit. „Wir werden Künstler“, das sagen ihre Werke im Schinkel-Pavillon, „weil wir nicht erwachsen werden können.“

 

Schinkel-Pavillon, Berlin: bis 29. Juli. www.schinkelpavillon.de

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