Lade Inhalte...

Nachruf Robert Indiana Er beschwor die Liebe mit buntem Stahl

Zum Tod des amerikanischen Pop-Art-Bildhauers Robert Indiana.

Robert Indiana tot
Robert Indiana in seinem Studio. Foto: dpa

Alles, was dieser US-amerikanische Bildhauer sein Leben lang plakativ, pop-artig bunt, unverdrossen, ja, mantrahaft in die Welt sendete als Botschaft der Liebe, wird vom derzeitigen US-Präsidenten Donald Trump konterkariert oder gar zertrampelt. Aber: Robert Indianas rote, blaue, grüne und gelbe Lettern „LOVE“ stehen als farbig bemalte stählerne Liebes-Erklärungen, Liebes-Bekenntnisse und Liebes-Forderungen in vielen Großstädten der Welt, gerade auch in New York.

Und in Berlin: 1991 brachte Indiana den Schriftzug LOVE in Verbindung mit WALL über eine Schablone in roter Farbe auf einem Stück Berliner Mauer an. Das Teil wurde 2011 in Wien privat versteigert. Vor dem Eingang des Berliner Museums Hamburger Bahnhof aber „herrscht“ seit 2016 dafür auf solidem Sockel seine „IMPERIAL LOVE“. Robert Indiana, Geburtsname Robert Clark, schenkte das beschwörende Monument der Nationalgalerie.

Das Werk wird in konfliktreichen Zeiten gerade auch in der deutschen Hauptstadt zum Signal. Und es ist Vermächtnis: Denn soeben meldete die „New York Times“, dass Robert Indiana zu Pfingsten 89-jährig in seiner Wahlheimat Maine gestorben ist.

Geboren wurde er 1928 im US-Bundesstaat Indiana. Der künstlerische Durchbruch gelang um 1960 in New York, zuerst mit plakativen Zeichenbildern aus Buchstaben, Zahlen und fünfstrahligen Sternen. 1966, in der Blütezeit der Pop Art in den USA, machte seine erste LOVE-Plastik von sich reden. In die schon immer von Krisen und Kriegen überzogene Welt sandte Robert Indiana „LOVE“, als Logo, als positives Symbol, das Aspekte aus Kunst, Gesellschaft, Religion und das schönste Bedürfnis alles Lebendigen vertritt.

So ließ Robert Indiana die Öffentlichkeit teilhaben an seinen Kindheitserinnerungen: „God is Love“ stand damals in seiner Kirche geschrieben, was die besondere Form amerikanischer Spiritualität bezeichnet und Teil des Milieus ist, aus dem der einstige Waisenjunge kommt, der sich nach seiner Heimat Indiana benannte.

Seine stählerne Liebe gilt bis heute als radikale Äußerung in der mittlerweile eher gefälligen, bis zum Überdruss zitierten Pop Art. Das Simple, komprimiert aufs Wesentliche, machte Indiana zum Logo, zur emblematischen Bildfigur. Ja, zur Apotheose.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen